Vor zwei Wochen sah das Wetter noch so aus:
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Man ließ sich vom Pony durch die Gegend ziehen:
Es war kalt. Heute grünt es aber schon:
Genauer gesagt, es frühlingt.
S. ist die Stadt mit vier t, in der Nachtbusse nur am Wochenende fahren. Nach 0 Uhr bleibt man wochentags also daheim. Genug Zeit, diese Seite zu lesen!
Donnerstag, 8. April 2010
Samstag, 3. April 2010
Spocht ist Mocht
Hat F. es doch heute gewagt, das Radl vom Balkon zu heben und mit J. zwei Stunden durch den Wald zu fahren. Um J.s Geschwindigkeit besser imitieren zu können, gondelte sie mit der Straßenbahn den Berg hinauf, um dann ganz easy bergab ins Tal zu rauschen. Leider besitzt F. kein Tacho, war aber gefühlt durchgehend schnell unterwegs - außer wenn sie grad die eine oder andere Steigung hochächzte. Mehrmals kam es fast zum Sturz, weil in Stuttgart die Wege manchmal derart steil gebaut sind, daß das Hinterrad gern das Vorderrad überholen möchte und F. zwischen drei Übeln wählen mußte: Hinterradbremse ziehen und seitlich wegrutschen oder Vorderradbremse ziehen und über den Lenker absteigen oder beide ziehen und hoffen, daß alles gut geht. Ging auch alles gut! Andere Radler mit Hund trafen die zwei Hübschen natürlich wieder nicht, dafür reicht der Gehorsam Stuttgarter Hunde anscheinend nicht aus. Auf den letzten zwei Kilometern streikte überraschenderweise J.s Kondition. Sie blieb mitten im Lauf einfach stehen und signalisierte, jetzt nur noch höchstens leichten Trab gehen zu können. So schleppte man sich nach Hause. Der Winter mit den kürzeren Gassirunden fordert seinen Tribut! Oder wird die J. alt?
Mittwoch, 24. März 2010
Aus Freude sollst Du singen und gehen!
Endlich steigen die Temperaturen dauerhaft. Seit einer Woche fällt das Thermometer auch nachts nicht unter 10 Grad und gerade eben schielen F.s müde Augen auf 19°C. Ein neuer Rekord! Ob Stuttgart auch die 20 schafft? Oder 21? Wie gut, daß schönes Wetter kostenlos ist, denn so kann man sich immer noch mehr davon wünschen, ohne an die Bezahlung denken zu müssen. Damit bildet das Wetter keineswegs eine Ausnahme auf der Welt - nein, es gibt Vieles, woran sich gratis zu erquicken man befugt ist. Ohne finanziellen Mehraufwand hat man das Vergnügen, sich mit anderen Leuten zu treffen, ein lebhaftes Gespräch zu führen oder bildungsfernen Bürgern zu lauschen, die den Busfahrer anpöbeln. Jeder darf völlig unentgeltlich in der Sonne sitzen, Frauen anbaggern, Passanten beobachten und mittwochs in Stuttgart Museen besuchen. Abends die Sterne anschauen, mit dem Hund spazierengehen, Radfahren (wenn man schon ein Gefährt besitzt) und dabei herzhaft auf die Fresse fliegen kostet alles nüscht. F. möchte sogar behaupten, daß es bei genauem Hinschauen ebenso viele kostenfreie Dinge auf der Welt gibt, wie teure. Ganz provokant wäre, zu sagen, unter der Sonne existierten gar mehr frei erhältliche, als hart zu erarbeitende Güter! Provoziert werden soll hier aber nicht, deswegen bleibt diese Behauptung in der Schublade für 'Weisheiten, die man erst ab Mitte 50 herausposaunt'.
Umso seltsamer ist es nun, daß viele Menschen vergessen, was alles so gratis im Leben auf einen zukommt. Zu sehr damit beschäftigt, ständig an Leistung und Gegenleistung zu denken, verliert Mancher jegliches Gefühl für die Handlung um ihrer selbst willen. Dinge, die man tut, werden zur Ware, die an andere Leute verteilt werden möchte. Statt etwas zu machen, weil man es einfach möchte, weil es schön ist, verschiebt sich die Perspektive hin zum positiven Effekt der eigenen Taten auf die Mitmenschen.
Klar habe ich den Hund der Nachbarin eigentlich nur aus purer Freude an dem Tierchen ausgeführt und nicht aus der Absicht heraus, ihr einen Gefallen zu tun! Aber werde ich dies die Nachbarin wissen lassen? Natürlich nicht. Es würde mir ja den Vorteil verderben, daß sie mir jetzt offiziell einen Gefallen schuldet. Zwar müßte ich der Dame - wenn ich absolut ehrlich wäre - für den schönen Nachmittag mit ihrem Köti danken, jedoch macht sowas kein Mensch.
Und habe ich nicht meinen besten Freund angerufen, weil ich mir etwas von der Seele reden wollte? Natürlich, aber dennoch war wieder ich es, die sich gemeldet hat, obwohl er doch dran gewesen wäre! Unzuverlässiger Schnösel.
So verderben die Leute sich den Spaß am Handeln und stolpern über die emotionale Abrechnung der vielen Dienstleistungen, die sie ihren Mitmenschen tagtäglich erbringen. Dinge werden nicht mehr aus der Lust heraus getan, aus Freude, aus Langeweile, sondern um ihres Tauschwertes willen. Genau diesen Tauschwert möchte F. am Liebsten aufgebracht schnaufend zusammenknüllen und gemeinsam mit mindestens 20 entsetzlich langweiligen Lateingrammatikarbeitsblättern 13 gewitterumwölkte Jahre in einem häßlichen Plastikmülleimer schmoren lassen! Hinfort mit ihm! Nach sechs Jahren sollen in selbigen Mülleimer sogar noch zwei Stapel Abituraufgaben des Faches Physik geworfen werden! Da, Tauschwert, nimm dies!
Samstag, 20. März 2010
Geld. Macht. Freizeit.
"Lehrer haben laut Volksmund vormittags recht und nachmittags frei."
F. muß nun aber feststellen, daß der Volksmund ein dreckiger Lügner ist. Zwar hat man im Regelfall fachlich tatsächlich recht, der Unterricht hört jedoch an den meisten Schulen an mindestens zwei Tagen in der Woche erst um 17 Uhr auf.
"Aber eine Unterrichtsstunde hat doch nur 45 Minuten und deswegen ist dauernd Pause!"
poltern vorwurfsvoll die hart arbeitenden Bevölkerungsschichten, welche dem Lehrer mit ihren Steuergeldern sein schönes Leben finanzieren. Sicher, wenn man das Lehrerzimmer abschlösse und mit einem Schild versähe, um all die fragenden und um Rat bittenden Schüler auszusperren und am Klopfen zu hindern, hätten zumindest jene Lehrkräfte Pause, die gerade nicht bei -10°C auf dem Schulhof ins halbgefrorene Schnittchen beißen und Jonathan-Eugen davon abzuhalten versuchen, dem blöden Chris einen Schneeball mit kastaniengroßer Steinfüllung an die Ömme zu zimmern. Dann würde nur noch die einmal wöchentlich stattfindende Dienstbesprechung den Lehrer von der wohlverdienten Pause trennen. Dort erfährt man, daß Matthias kürzlich in den Status eines Scheidungskindes absteigen mußte, weswegen er nun zum Zwecke der realitätseinbeziehenden Traumatabewältigung die beobachtete häusliche Gewalt im Klassenzimmer nachzustellen versucht. Josephines Vater ist mit dem Ausgang der Fürsorgeverhandlung nicht zufrieden und versucht darum, im Rahmen der Schulpausen näher an seine Tochter zu gelangen. Alle Lehrer werden deshalb gebeten, den aufdringlichen Manne auf dem Schulgelände vom Kinde fernzuhalten. Das Vorklingeln ertönt, die Erwachsenen lauschen genervt dem Schullleiter und krümeln Brötchenstücke in die mit Lehrbuch-CDs vollgestopften Schreibtischschubläden. Kurz vor Unterrichtsbeginn bildet sich wieder eine ellenlange Schlange im Kopierraum, alle hetzen in ihre Klassen.
Wenn tatsächlich um 13 Uhr Schulschluß ist, heizt man nach Hause und bereitet bis 18 Uhr Unterricht vor oder liest sich die grammatischen Sünden von 32 Sechstklässlern durch. 30 Minuten pro Aufsatz (aber nur, weil der ziemlich kurz ist) machen 16 Stunden Korrekturaufwand. Pro Klausur, pro Klasse.
Auf Klassenfahrt manövriert der Pädagoge dann 30 Vierzehnjährige durch die Weimaraner Innenstadt und versucht spätabends, die ganze Bande vor den Untiefen des Alkoholkonsums zu retten. Wird eine Schülerin schwanger, verklagt der Vater den Lehrer selbstverständlich wegen unterlassener Aufsichtspflicht. Ja will der etwa, daß man der minderjährigen Schönheit beim Akt auch noch zuschaut?!
"Überbezahlt sind sie sowieso, gerade in den Ferien", tönt es empört von eifrigen Eltern, die auch schonmal gern das Gericht bemühen, weil sie nicht damit einverstanden sind, daß der Geschichtslehrer von gegenüber die ganzen 14 Tage Ferien auf Mallorca verbringt. Schande, Schande! Nun will F. sich keineswegs über den Beruf beschweren, den sie selbst auserwählt hat. Sehenden Auges stürzt sie ins Geschehen, die Vor- und Nachteile gut geordnet im Hinterkopf behaltend. Jedoch soll eines klargestellt werden: Wer neidvoll übermäßig hohe Bezahlung bei geringem Arbeitsaufwand zu den Vorzügen zählt hat diversen, persönlich besuchten Bildungseinrichtungen entweder erfolgreich verwehrt, positiv auf den eigenen Geist zu wirken oder gehört gar zu den Dummen. Daß das hier mal klar ist.
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Dienstag, 16. März 2010
Sachsens Stolz, Autos Schmerz.
Mehr oder weniger liebevoll erinnert F. sich an den unmöglichen Menschen, der in Montréal die Scheibenwischer unsanft ihrer Nähe zum Auto beraubte. Nun passierte Ähnliches mit der alten Suzukischmette hier in der Nähe von Stuttgart - Stadt der oberen Mittelschicht ohne alternative Tendenzen. Bösartige Mistpimmelchen, wahrscheinlich zwischen 15 und 20 Jahren alt, rissen beide Außenspiegel, den hinteren Scheibenwischer und die Antenne vom Gefährt. Experten gaben als mögliche Ursache an, daß das Auto frecherweise noch über ein NOL Kennzeichen mit sächsischem Wappen verfüge. Welch unglaublicher Affront! Natürlich ist es absolut unaushaltbar, wenn wohlhabende Jugendliche in einer Kleinstadt vor Stuttgart mit einem Armeleuteauto aus dem bösen Sachsen konfrontiert werden. Die schlechtere finanzielle Situation anderer Bürger kann einen wirklich aufregen. Da muß man handeln! Was liegt also näher, als die Besitzer des Wagens durch mutiges Handanlegen davon zu überzeugen, eine Neuanschaffung beschleunigt vorzunehmen? Die Umwelt lüpft auf jeden Fall dankend den Hut.
F. grübelt jedoch noch immer, wie um alles in der Welt die Bildung der Täter derart ausgefeilte Ausmaße annehmen konnte, daß sie tatsächlich dazu in der Lage waren, ein sächsisches Wappen zu identifizieren. Was ist da in der Hauptschule schiefgelaufen? War der Lehrer zu gut? Waren die Schüler zufälligerweise ausgeschlafen und nüchtern? Verstanden sie gar die Arbeitsanweisung der Lehrkraft und kamen so zum ungewohnten Kompetenzzuwachs? Man wird wohl auf ewig im Dunkeln tappen.
Flutendes Licht widerum drang jüngst in die Wissenslücke um das Wesen von 8. und 9. Klässlern. F. sieht es endgültig als erwiesen auch, daß auch 14 und 15jährige Jugendliche zur Gattung Mensch zu zählen sind. Dies fand sie in umfangreichen persönlichen Studien im Rahmen ihrer Tätigkeit an der Schule heraus. Zwar wäre es trotzdem stressfreier, die jungen Leute mit spätestens 13 in ein künstliches Koma zu versetzen und erst fünf Jahre später wieder zu wecken; da diese Vorgehensweise aber erheblichen logistischen Aufwand bedeutet, kann auch ein Verbleiben im Wachzustand in Betracht gezogen werden. Obwohl verzaubert und in vielerlei Hinsicht - teilweise sogar auf freiwilliger Basis - vollkommen entstellt, besitzen stark pubertierende Menschen durchaus gute Eigenschaften. Sie fördern die Genußmittelindustrie und gestalten die Weiterentwicklung von Tabakwaren und Alkohol maßgeblich mit. Sie kaufen die neonfarbenen Turnschuhe, um Platz für schönere Modelle zu schaffen. Sie rufen einem ins Gedächtnis, warum es auch gut sein kann, der fummeligen Friseuse nicht vollkommene Schnittfreiheit zu geben. Sie lassen die eigene Haut reiner und die Intelligenz größer erscheinen. Sie geben einem Anlaß, das erreichte Alter mehr als Geschenk und weniger als Verfall zu betrachten. Danke, liebe 8. und 9. Klässler! F. nimmt lieber die Sechser oder Zehner, aber sie erkennt Eure Vorzüge dennoch an. Ihr müßt Euch nicht fürchten! Der Zustand der allgemeinen Verwirrung geht meistens vorbei. Ansonsten könnt Ihr immernoch zum Fernsehen gehen... oder in die Lokalpolitik.
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Samstag, 27. Februar 2010
Warnung vor dem Fische!
Viele Menschen haben sogenannte Wachhunde und damit kein Besucher erschrickt, hängen sie ein 'Vorsicht Hund!' oder auch 'Achtung, freilaufender Hund!' Schildchen ans Gartentor, um Einbrecher und Postboten gleichermaßen vor den schrecklichen Bestien zu warnen.
F. hätte auch gern solch einen Hund, aber momentan gibt es da nur J. Die hat so gar keine Beschützerqualitäten, also braucht es auch kein Schild. Unglücklicherweise besteht damit jedoch die Gefahr eines ungeahndeten Einbruchs. Mitglieder verwerflicher Bevölkerungsgruppen mit rassistischem Einschlag würden das in F.s Wohnlage als besonders schlimm empfinden, da sie in einem Stadtteil mit hohem Ausländeranteil wohnt. Eines der größten Hobbys von Menschen mit Migrationshintergrund soll schließlich sein, sich das Hab und Gut anderer Leute - vornehmlich unbescholtener, hart arbeitender Deutscher - unter die unmanikürten Nägel zu reißen. Befände ein solcher ausländerfeindlicher Mensch sich in F.s Position, bräuchte er neben J. auch noch einen fleischfressenden Dinosaurier, um die Wohnung adäquat bewacht zu wissen.
Es ist nun aber eine Wonne festzustellen, daß F. dem Rassismus nicht nur nicht nahe steht, sondern ihm auch freudigen Blickes spitze, schwere und stumpfe, noch schwerere Gegenstände ins Genicke werfen würde, wenn er eine Person aus Fleisch und Blut wäre. Isser aber nicht. Rassismus ist ein Konzept, eine Idee, eine Schande auf dem Angesicht des sonst durchschnittlich sehr ansehnlichen Planeten. Man kann ihm nicht einfach mal so eins auf den Deckel hauen und der Typ lernt dann seine Lektion. Rassismus ist viel unbequemer beizukommen, als zum Beispiel einem schurkigen Siebtklässler, der immer seine Hausaufgaben vergißt. Wo F. dem Siebtklässler in der Regel ganz klassisch zehn Schläge mit der Rute auf die Finger haut, daß es pfeffert, kann sie in Sachen Rassismus nur bei sich selbst aufpassen und darum hoffen, daß andere Leute ähnlich vernünftige Ideen haben. Mit gutem Beispiel vorangehen und die Augen offenhalten!
Aus diesem Grunde schafft F. sich in Kürze keinen übertriebenen Raubsaurier an ,um das traute Heim zu bewachen, sondern hat sich für einen friedlichen Riemenfisch entschieden. Der besitzt zwar keine Zähne, wird aber bis zu elf Meter lang und kann etwaige Invasoren prima im Ganzen verschlucken. Sie plant, die gesamte Wohnung bis auf ein Zimmer für den Hund in ihrer Abwesenheit mit Wasser zu füllen. So kann der Riemenfisch optimal patroullieren. Öffnet ein - wahrscheinlich deutscher - Einbrecher unbefugterweise die Tür, fließt zwar das gesamte Wasser aus der Wohnung und der arme Wachfisch erstickt, durch den Todeskampf setzt das Hirn des gepeinigten Tieres aber auch Adrenalin frei, was es aggressiver werden läßt. In den letzten Sekunden seines Lebens würde der Riemenfisch den Dieb mit Haut und Haar verschlingen! Herd und Laptop, Kosmetikartikel und Wertgegenstände wären in Sicherheit!
Natürlich müßte man nach jedem erfolgreich abgewehrten Einbruch einen neuen Riemenfisch aus der Tiefsee besorgen... da aber noch niemals eingebrochen wurde, spielt dieses Risiko kaum eine Rolle. F. läßt nächste Woche gleich das neue Schild für die Tür anfertigen: 'Warnung vor dem Riemenfisch!'
Dienstag, 23. Februar 2010
Müssen Arme auch wiedergekäut werden?
Unbegründete Ängste gibt es viele an der Zahl. F. zum Beispiel füttert sehr gern willige Kühe mit auf der Wiese gepflücktem Löwenzahn und weil die Viecher so schön weich sind, streichelt sie sie dann auch hin und wieder an der Wange. Keine Fütterungssession verging bisher, ohne daß F. sich insgeheim vorstellte, die Kuh könne sich schwuppdiwupp umentscheiden und statt ins leckere Grün zu beißen, der gutmeinenden Fütterin die Hand abfletschen. Da Kühe ihren Aggressionen in der Regel durch stoisches Gucken mit Glotzeblick oder wenn es ganz hart kommt auch mal mit einem herzhaften Tritt Ausdruck verleihen, ist diese Angst jedoch gänzlich unbegründet. Wer hätte denn schon einmal von einem Rindvieh gehört, das Passanten mit seinen Zähnen zu Leibe rückt? Sicher niemand. Und doch: Ein kleiner Teil in F. sieht jedes Mal, wie gelbliche Zähne in ihren sommersprossigen Arm sinken.
Oder nehmen wir das Autofahren: Auch wenn sie sich niemals etwas Verkehrwidriges zu Schulden kommen läßt, wird F. doch arg nervös, sobald ein Polizeiauto auftaucht. Sie leidet an der schlimmen Furcht, die Polizisten könnten merken, daß sie unsauber schaltet und schlecht rückwärts einparken kann. So beobachtet sie den Streifenwagen besonders scharf, obwohl noch von keinem Ordnungshüter berichtet wurde, der Fahrzeugführer auf dem Reweparkplatz probehalber in enge Lücken einzufädeln aufforderte. "Zwanzig Einparkzüge und Sie stehen immer noch 30 cm von der Bordsteinkante weg - das macht 40 Euro," schallt es leise in F.s Kopf. Eine haltlose, wie schweißtreibende Befürchtung.
Beim bevorstehenden Unterrichtsbesuch der Fachleiterin verhält es sich nicht anders, auch hier bizarre Vorstellungen unwahrscheinlicher Natur. Könnten nicht die sonst so eifrig mitarbeitenden Schüler plötzlich verstummen? Der Polylux ex- oder implodieren? Oder die Kinder beim Austeilen der Arbeitsblätter gleich der aggressiven Kuh ihre Milchzähne ins Handgelenk der Lehröse bohren? Unwahrscheinlich, aber doch nicht unmöglich. Falls es passierte, könnte man immernoch einen Blogeintrag dazu verfassen. Später also mehr.
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Tiere,
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