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Dienstag, 2. August 2011

Nimm 2 + 38

Im Hause A. und F. gibt es für den Hund bezüglich Essen eine einfache Regel: Alles, was sich auf dem Fußboden befindet, darf gefressen werden, wenn kein Frauchen im Einzelfall brummend dagegen vorgeht. Simpel.
 Die Hundedame auf dem Foto links hat aber eine andere Auffassung von 'auf dem Fußboden', als ihre beiden Halterinnen. Hier eine Veranschaulichung:
  • J.s Definition = 'Auf dem Fußboden' ist überall, wo ich mit dem Maul hinkomme, ohne daß meine vier Pfoten selbigen verlassen.
  • F.s Definition = 'Auf dem Fußboden' bedeutet unten liegend, also nicht auf einem irgendwie gearteten Möbelstück.
Aus diesem Mißverständnis resultiert neuerdings der Umstand, daß J. auch Dinge fressen möchte, die z.B. auf dem sehr niedrigen Wohnzimmertisch oder dem Rand des Bettes liegen. Normalerweise ist das kein Problem, denn Essen liegt hier eh nie herum (das verspeist die A. vorher schnell). Letztens hatte sie jedoch eine ganze Tüte Nimm 2 Lutschbonbons auf dem Bett ausgeschüttet, weil diese später mit Zetteln bestückt und gezählt werden sollten. 48 Bonbons enthielt die Tüte.
Man ahnt, was passierte. Nach abendlicher Abwesenheit lagen nicht mehr 48, sondern nur noch acht Lutschbonbons auf dem Bett - genau jene, die zu weit in der Mitte platziert waren, so daß J. mit den Vorderpfoten hätte hochgehen müssen. Alle Trinknäpfe standen leer, fünf Papierchen befanden sich in des Hundes Bett, machte unterm Strich fünf Bonbons ohne und 35 mit Plastikpapier im lustig gluckernden Bauch der Bestie. F.s Probe, ob J. aus dem Maul nach Multivitamin roch, blieb negativ, dafür hatte sie umso mehr Durst und dementsprechenden Harndrang.
Man fütterte Sauerkraut und fettarmen Hüttenkäse, um die Plastikmengen ans Tageslicht zu drängen. Schon 24 Stunden später sammelte F. mit durchsichtiger und grüner Folie gespickte Kackwürstchen ein - Unmengen davon. J. hat eben doch einen Schweinemagen.

P.S.: A. und F. wissen jetzt, was 'auf dem Fußboden' bedeutet und werden sich entsprechend danach richten. 

Freitag, 5. November 2010

Blog droht zu zerfallen

Es ward still um dieses Blog. Warum? 
Weil das Land Baden-Württemberg entschied, zusätzlich zu Unterricht, Korrekturen und Planungsaufwand noch zwei volle Tage der Woche zusätzlich zu belegen, weswegen sowohl A. als auch F. ihre Zeit fast ausschließlich mit Arbeit, Schlaf, Gassigehen und Essen füllen mußten. Nicht einmal mehr für regelmäßiges Star Trek Schauen blieb Zeit. Grausam. Glücklicherweise findet dieser Zustand innerhalb der nächsten zwei Wochen allmählich ein Ende, sodaß hier wieder regelmäßig tolle Infos abzurufen sein werden.
Hier schonmal ein kurzer Vorgeschmack in Form eines Spiegeleies, das aussieht, wie ein grimmiger französischer Fernsehkommisar. In letzter Zeit ißt die F. nämlich vermehrt Eiweiß, weil ihr Körper ihr das so diktiert. Was der Körper mit all den Proteinen möchte, hat er F. noch nicht verraten. Eigentlich mag sie ja gar keine Eier, sondern verspeist viel lieber Obst. Äpfel (gegen die sie allergisch ist), Bananen (die auch machen, daß ihr Mund juckt), Orangen (nach deren Genuß sie sich nicht ins Auge fassen darf, weil dieses sonst anschwillt), Weintrauben (die sie vor dem Essen noch nicht einmal wäscht) usw. Obst ist eine leckere Erfindung, die man trotz Allergien in großen Mengen zu sich nehmen sollte, weil sonst der Stuhl ganz fest und schmerzhaft wird und der Teint vor sich hin bröckelt. Obst zuhause, Obst unterwegs, Obst am Steuer, wenn die Polizei nicht hinschaut. 
Für ganz realitätsfremde, naturentfernte Menschen gibt es jetzt sogar den 'Apple to go' (dt. 'Apfel für unterwegs'). Anders als bisher nämlich alle gedacht haben, kann man normale Äpfel nicht mal eben so einstecken und mitnehmen. Gott bewahre! Wie unsauber, unfrisch und unpraktisch wäre das denn, den Apfel einfach in die Tasche zu stecken und später zu verzehren. Der hat dann ja gleich tausende Quetschestellen an seinem zarten Apfelkörper, sabbert einem seinen Saft über die Finger und hinterläßt schlußendlich einen schwer entsorgbaren Apfelgriebs, den man stundenlang mit sich herumtragen muß, bevor sich eine geeignete Möglichkeit zum Wegschmiss bietet. Herrjemine!
Der 'Apple to go' ist ganz anders. Sauber, frisch und praktisch kommt er in einer Plastiktüte mit Serviette daher - für nur EUR 0,99! Laut Karton bleibt der Apfel in der Plastiktüte, die ihn vor widerlichen Umwelteinflüßen schützt, durch den sogenannten 'Eigeneffekt' auch noch länger saftig und frisch. Was dieser Eigeneffekt wohl ist? Tritt der bei allen Plastiktüten auf oder nur bei dieser speziellen für den tollen Apfel? 
Hätte Albert Schweitzer mal schön seine Koffertruhe samt Wagen in solch eine Tüte gesteckt, dann wäre beides durch den Eigeneffekt auch heute noch gut in Form, statt kurz vor dem Verfallen in einer Ecke des Albert Schweitzer Museums im Schwarzwald herumzustehen. Das Albert Schweitzer Museum war übrigens sehr informativ und durchaus sehenswert, wenn man mal von dem rassistischen Originalfilmmaterial absieht, auf dem der Herr Schweitzer herrschaftlich herumstehend die schwarzen Einheimischen bei der Arbeit beaufsichtigt, während ein Kommentator mit brillianter Beobachtungsgabe erzählt, wie faul und arbeitsvermeidend die 'Neger' seien. Klar, das war früher halt so. Deswegen muß man den Film der Öffentlichkeit natürlich nicht vorenthalten. Aber schriftlich daneben etwas daran herumkritteln oder sich zumindestens im Namen des ganzen Museums nachträglich bei allen potentiellen schwarzen Besuchern dafür entschuldigen - das könnte man schon. Hat man aber nicht. 
Dies trübte F.s Stimmung leicht. Die Trübung hielt aber nur so lange an, bis sie jene schönen runden Büsche im Vorgarten eines Hauses in der Nachbarschaft erblickte. "Wer solch grüne Büschchen derart herrlich rund zurechtschnippelt, kann nur ein sanftmütig beseelter Mensch sein." dachte sie bei sich. Und schwuppdiwupp, war die Stimmung wieder blendend.

Donnerstag, 5. August 2010

Ein bunter Blumenstrauß an Bildern - Teil 2

J. neigt in letzter Zeit zu sehr erfolgreichem Mäusefangen. Mit F.s Erlaubnis werden die Nager aufgespürt, aus dem Loch gejagt und schnell exekutiert. Anschließend verspeist J. die Maus unter subtilen Knuspersounds. Manchmal jedoch - ganz selten - mag J. die gefangene Mausmahlzeit nicht essen. Zum Beispiel wenn das Tier zu staksige Beinchen hat, die im Maul beim Kauen komisch rumhängen. Dann wird die Maus belutscht und besabbert, aber nicht gefressen. Ein unhaltbarer Zustand! Deswegen steckt sie F. in ein altes Brötchen und schon sind die störenden Gliedmaßen kein Problem mehr. Voilà! 

Manchmal hat auch F. keine Lust auf ihr Essen. Zufällig immer dann, wenn die zerknittertste Tischdecke der Welt auf dem Tisch liegt. Hier ein Beweisfoto:

Diese Tischdecke ist derart knittrig, daß sich Suppenteller auf den Rücken der hohen Faltenberge zur Seite neigen und ihren kostbaren Inhalt verschütten, so knittrig, daß man Blutergüsse bekommt, wenn man sich aufstützt, so knittrig, daß es meldepflichtig sein sollte, eine solche Tischdecke im Haus zu haben oder über ihren Erwerb auch nur nachzudenken! Wäre dieses Tischtuch ein Hemd, müßte der Träger vor Scham metertief im Boden versinken und umgehend seine Arbeitsstelle verlieren. Ja wäre dieses ein menschliches Gesicht, würde es jeder gesunde Betrachter immer älter schätzen als die acht Monate, die es in Wirklichkeit auf dem Buckel hat. Kein Wunder, daß F. da der Appetit vergeht!


Statt ihre Eier zu essen, legt sie sie sich aufs Knie und wartet geduldig, bis daraus Küken schlüpfen. Diese wechseln später die Farbe zu gelb. Danach werden sie rasiert und als Tennisbälle verkauft.

J. hat sich raubtiergemäß beim Anblick der niedlichen Küken sofort das Maul geleckt und wollte auch zuschnappen. Daraufhin sperrte man sie in ein anderes Zimmer. Sie fühlte sich wohl zu sehr an die aus dem Nest gefallenen Vogeljungen erinnert, die F. und J. in letzter Zeit häufig auf dem Weg sitzend finden. 


Hier hat sich F. verbrannt, nachdem sie zweieinhalb Stunden konstant im Schatten saß. Uneingecremt - zugegebenermaßen - aber im Schatten. Natürlich war die Schulter eine Woche später wieder genauso weiß wie zuvor. Sämtliches Melanin in F.s Körper konzentriert sich nämlich auf Sommersprossen und Leberflecken, von Sommerbräune kann keine Rede sein. Apropos Leberflecken: jüngst gelang eine sensationelle Entdeckung! Ein Bild von J. befindet sich direkt auf F.s rechtem Oberschenkel, man sehe und staune:

Mittwoch, 20. Januar 2010

Molger rockt die Küche

Da in der Küche nicht allzu viel Platz zur Verfügung stand, entschlossen F. und A. sich, den Tiefkühlschrank für J.s Futter dauerhaft auf den normalen Kühlschrank zu stapeln. Nach etwas Eingewöhnungszeit kam einem der Anblick auch gar nicht mehr so unstimmig vor. Neben den beiden Kühlgeräten war nun jedoch noch etwas Grundfläche vorhanden, weswegen der Entschluß gefaßt wurde, ein Regal ins Eck zu stellen. Nach gründlichem Suchen fand man das passende Modell bei Ikea. Es hieß Molger und paßte aufgrund seines Namens ganz ausgezeichnet in die Familie. Auch A. wurde von ihren Eltern mit einer Bezeichnung versehen, die durch Austausch nur eines Buchstabens ins Alltägliche abrutscht: Ersetzt man das D durch ein L, erhält man 'Alina', ein von Millionen durchschnittlicher Menschen duldsam ertragener Name. A. aber heißt besonders. Mit ihrer Schwester N. verfuhr man ähnlich. Unzählige Leute heißen Doreen, wenigen Eltern hingegen kam der frohe Einfall, das initiale D durch ein N zu ersetzen. So schneidert man aus grauem Einheitsbrei bunte Innovation. Die Leute bei Ikea dachten wohl Vergleichbares, als sie Holger links liegen ließen und ihr Regal stattdessen Molger nannten. Molger trägt kleidsam Konserven und Produkte aus Hartweizengrieß, stemmt täglich gar das Gewicht der Mikrowelle. Wäre dies auch unter dem Namen Holger möglich? Sicher, aber mit weitaus weniger Charme.

Freitag, 1. Januar 2010

Lob an die Butter

Die Butter ist zweifelsfrei eines der lobenswertesten, F. möchte sogar behaupten DAS Streichfett schlechthin. Zwar fetzen sich schlanke Menschen oder solche, die es dereinst werden wollen, am Kühlregal endlos um Olivenölmargerine, Halbfettbutter, Sojakrams und cholesterinfreie Schmiere aus finsteren Chemiebuden, die Butter jedoch bleibt die stille Königin des schmackhaften Vollkornbrotes. Hinfort mit genußfernen Menschen, die mit Joghurt gestreckten Frischkäse unter die Salami kratzen oder gar in staubtrockene Schnitten bar jeder Streichschicht beißen! Die Butter gehört auf's Brot, wie eine Lage Toilettenpapier auf die Klobrille eines Raststätten-WCs. Wo das dreilagige Papier hilft, Keime vom Gesäßbereich zu trennen und so die Benutzerin und den Benutzer zwingt, beim Aufstehen am Po klebenden Zellstoff in Kauf zu nehmen, verschönert schon eine einzige Lage guter deutscher Butter den Gesamtgeschmackseindruck jeder Speise um Welten. Nebenbei haften Wurstaufschnitt und Konsorten verläßlich an der Brotoberfläche, was ganz im Gegensatz zu selbigem Effekt auf der Raststättentoilette vollkommen wünschenswert und okay ist.
Es gibt jedoch auch unter den Butterliebhabern schlimme Gesellen, die ihr Streichfett nicht gern in kaltem Zustand essen. Diese Barbaren verdammen die Butter dazu, tagelang unfrisch in der warmen Küchenluft vor sich hin zu manschen und glänzend in der Butterglocke zu lagern. Tränen stehen F. in den Augen, wenn sie an solchen Frevel auch nur zu denken wagt! Die Butter schmeckt doch viel peppiger und toller, wenn sie in dicken Scheiben direkt aus dem Kühlschrank auf's Brot gestapelt wird. Ein Schmiervorgang ist dann nur noch bei sehr stabilem Backwerk möglich, kann aber notfalls auch unterlassen werden. Man lege die mit dem Messer abgetrennten Scheibchen einfach dicht nebeneinander - einem echten Butterfreund kann diese Schicht niemals zu mächtig sein.
Im Ausland jedoch sollte man Vorsicht walten lassen beim Buttergenuß. In arger geistiger Verirrung ist es den Bürgern anderer Staaten nämlich eingefallen, Salz in ihre Butter zu mischen, statt dieses - wie hierzulande üblich - selbständig nach dem Streichvorgang aufzutragen. Ein Nutellabrot wird so zur seltsamen Geschmacksmelange aus süß und salzig - pfui! Schon Großmütter wußten doch, daß zuviel Salz dickes Blut verursacht und letzten Endes für fast alle schlimmen Krankheiten der Menschheit zur Verantwortung gezogen werden muß (was sie natürlich nicht daran hinderte, auch weiterhin ihr Essen kräftig nachzusalzen, noch bevor sie es überhaupt gekostet hatten). Wer gesalzene Butter mit Wonne verspeist, der mag wohl auch Mayonnaise und was von derartigen Menschen zu halten ist, wurde an anderer Stelle schon hinreichend erörtert.
Die reine, deutsche Butter also soll es sein. Dick aufgetragen, täglich verzehrt, lächelnd verdaut. Guten Appetit.

Montag, 21. Dezember 2009

Krügerol fegt durch den Darm wie ein Herbstwind durch die Blätter

"Kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken. Enthält eine Phenylalaninquelle."
Diesen Satz kennt fast jeder, denn er steht auf beinahe jeder Kaugummi- oder Bonbonpackung. F. hat sich schon sehr lange gefragt, ab wann der Verzehr "übermäßig" wäre und die Abführung einsetzt. Diese dringliche Frage wurde heute beantwortet: 50g Krügerol und Ricola pro Tag, fünf Tage hintereinander wirken definitiv abführend. Inwiefern der ebenfalls abführend wirkende Hustensaft da mit hineinspielt, weiß sie auch nicht. Im Beipackzettel steht jedenfalls, daß bei 1-10 von 100 Probanden Durchfall auftreten kann. Haben diese 1-10 Menschen denn auch exzessiv Bonbons verzehrt? Gibt es Leute, die nur Hustensaft trinken und nebenher keine Bonbons lutschen? Und was ist eine Phenylalaninquelle? Wikipedia meint, es sei eine Aminosäure mit hydrophober Seitenkette. Damit wäre die Problematik eindeutig geklärt. Das wasserscheue Phenylalanin gelangt mitsamt seiner Seitenkette durch den Bonbon in den Menschen. Dort stellt es mit schreckerstickter Stimme fest, daß der lutschende Mensch zu 70 Prozent aus Wasser besteht und die Pastille mit seinem ebenfalls sehr feuchten Speichel umspült. Panisch sucht das wackere Phenylalanin die arme kleine Seitenkette zu beruhigen. Diese kann ihre Wasserangst aber nicht überwinden und hat obendrein ihre Schwimmflügel zuhause auf der Anrichte liegengelassen. Der schnellste Weg nach draußen wird gesucht! Da der menschliche Körper meistens eine Einbahnstraße ist, fährt die gepeinigte Phenylalaninquelle rasch in die unteren Stockwerke und entfleucht geschmeid' dem Körper. Die Prophezeiung der Packungsaufschrift ist erfüllt!

Sonntag, 20. Dezember 2009

Weiterbildung in der Sauna

Letztens besuchten A. und F. zur Stärkung der Abwehrkräfte und aus purer Lebenslust abends um acht Uhr die Sauna. Die anderen Insassen des Etablissments bestanden aus circa 30 Männern und nur fünf Frauen (A. und F. schon mit eingerechnet), obwohl an jenem Tage - wie auch an den meisten anderen Tagen in deutschen Saunen - eindeutig gemischtes Schwitzen vorgesehen war. F. fragte sich, warum hier demografisch gesehen ein solches Ungleichgewicht herrschte. Männer schwitzen ja sowieso meistens viel schneller als Frauen. Sie könnten also genauso einfach daheim bleiben und die Heizung auf fünf stellen. Dann würden aber auch nicht mehr Frauen in die Sauna gehen, man säße mit drei anderen Vertreterinnen des weiblichen Geschlechts und zwei unschwitzigen Männern gelangweilt beim 90° Kräuteraufguß und die Einrichtung müßte bald schließen. Deswegen bleibt die Heizung zuhause brav bei zweieinhalb und 30 Typen aalen sich mit fünf Girls auf dem Holz. Ist ja auch nicht weiter schlimm, schließlich waren alle Männer wie erwartet in der Sauna ausnehmend nett und diskret, viel Platz in der Frauenumkleide gab es zudem.
F. war ebenfalls nett und diskret, verschaffte sich aber trotzdem einen Überblick über die primären Geschlechtsmerkmale der anwesenden Herren - nur zur Bereicherung des Allgemeinwissens natürlich. Soviele Penisse und Hoden sieht man schließlich nicht alle Tage. Dabei fiel ihr auf, daß man an den Hoden mancher Männer sehen kann, was auch in vielen Discounterfilialen zu beobachten ist: Ein nicht zu vernachlässigender Teil der Einkäufer erwirbt nur wenige Waren; sagen wir einen Kilo Äpfel, eine Packung Kekse und einen Liter Milch. Nun haben diese Menschen ab und an kein Einkaufsbehältnis an die Stätte der Transaktion verbracht und müssen eine PVC-Tragetasche erwerben. In vielen Supermarktfilialen gibt es jedoch nur ganz große Plastiktüten. Ergo kullert der Kleineinkauf lustig im großen Plastebeutel hin und her. Gerade so nun, wie die Äpfel samt restlichen Krimskrams sich in der Tüte wiegen, hingen die Hoden vieler Saunamänner im Hodensack. Kaum Einer hatte da den ganzen Wocheneinkauf für die vierköpfige Familie in eine Alditüte gebastelt. Nein, es ging eher zu wie beim Single, der nur schnell etwas vergessen hat.
Gut, daß man derartige Beobachtungen unbemerkt im eigenen Kopf behalten kann. F. möchte nicht wissen, mit welchen Behältnissen ihre Körperteile insgeheim verglichen wurden. Alditüten waren es aber sicher nicht.



P.S.: Heute gab es bei J. Lammpansen mit Ei. Hoden hat F. vor langer Zeit auch schon probiert zu füttern, den mochte J. aber nicht, obwohl die Tüte da schon weg war.

Freitag, 18. Dezember 2009

Plus schlägt Netto, verliert aber trotzdem.

Am Dienstag ging F. in den Netto, um Leckeres zu kaufen. Die Supermarktkette Netto überschwemmt mittlerweile die Stadt mit Filialen und hat den weitaus sympathischeren Plusmarkt verdrängt. Plus wirkte in seinem frischen Orange-Blau mit den kichrigen Kleinen Preisen immer sehr anziehend auf F. Dort durfte man auch Bio-Produkte kaufen, die derart billig waren, daß sie niemals wirklich bio sein konnten. Plus hatte Charme. Könnten Aral und Obi heiraten, sich fortpflanzen und würden sich obendrein für Lebensmittel interessieren, hieße ihr Nachwuchs Plus. Damit ist es aber nun vorbei: Aral und Obi sind kinderlos, stattdessen gibt es an jeder Ecke einen Netto, dessen brummige Eltern Jet und Agip dem Sohnemann nur Verwerfliches mit auf den Lebensweg geben konnten. So existieren zwar noch immer vereinzelte Bio-Produkte zu unverschämt billigen Preisen, jetzt aber in rot-gelb und ohne infantiles Werbegequietsche.
An den Nettokassen hängen Schilder, auf denen steht, daß die Mitarbeiter angewiesen sind, eine neue Kasse aufzumachen, wenn mehr als fünf Kunden an der Kasse warten. Natürlich stimmt das nie und nimmer, weil viel zu wenige Mitarbeiter im doofen Nettogeschäft racken, als daß man dieses Versprechen einzulösen in der Lage wäre (vielleicht können die Nettoleute auch einfach nicht zählen - das hält F. aber für unwahrscheinlich). Jedenfalls lastet durch das unsägliche Schild ein großer Druck auf den Schultern der Supermarktangestellten: Sie bekommen Gramesfalten im Gesicht und altern schneller. Deswegen kamen die unzurechnungsfähigen Nettobetreiber auf die schöne Idee, jedem Mitarbeiter ein Schildchen an die Brust zu heften, auf dem steht: "Ich bin freundlich!" Sollte man also durch das - zweifelsohne meistens tadellose - Verhalten der KassiererInnen nicht schon bemerkt haben, daß diese ein nettes Völkchen sind, kann man zur Sicherheit immer nochmal auf dem Schildchen nachlesen. Es ist folglich vollkommen egal, wie sich der gemeine Nettomensch in Wirklichkeit verhält: Das Schild definiert sein Verhalten per se als "freundlich". Schließlich ändert sich der Text ja nicht, wenn die Kassiererin doch mal eine blöde Pottsau ist. Dann steht da immernoch "Ich bin freundlich!" und nicht etwa "Ich bin eine blöde Pottsau!" Sicher wäre das auch viel zu teuer, Schildchen herzustellen, deren Aufschrift sich je nach Befinden des Trägers ändert.
Gäbe es aber derartige Schilder, so hätte letzten Dienstag auf dem von F.s Kassiererin gestanden: "Ich weiß zwar nicht, wie die Frucht heißt, die Sie da eben auf das Band gelegt haben, bin aber trotzdem total nett!" Die Frucht hieß Pitaya - auch als Drachenfrucht bekannt - und war für unglaubliche EUR 1,79 das Stück im Angebot. Normalerweise sind diese Dinger viel teurer und da es auch schön weiche, knallig pinke Exemplare gab, schlug F. gleich zu. Schließlich hatte A. ihr gebeichtet, noch nie eine Pitaya verzehrt zu haben und diesem Mißstand mußte ein Ende gesetzt werden. Da half es auch nichts, daß die Pitaya im Dezember in hiesigen Breiten noch viel viel fehl am Platzer war, als ohnehin schon in all den anderen deutschen Jahreszeiten. Per klimazerstörendem Flugzeug mußte sie eh gekommen sein - also schnell rein in den Einkaufswagen und ab nach Hause. Blöderweise stellte sich später heraus, daß die arme Pitaya wahrscheinlich fast schon als Blüte vom Baum gerissen und verschickt wurde, denn sie schmeckte überhaupt nicht. Knallig pink und weich hin oder her, das  Früchtchen schmeckte nach Zimmerpflanze. Im zarten Alter von 14 Jahren verspeiste F. einmal mehrere Ficus Benjamini Blätter, um ihrer zweijährigen Schwester zu imponieren (die daraufhin beim Anblick des Essaktes heftig zu würgen begann) und genau wie damals jene kleinen Blättchen schmeckte nun die Drachenfrucht. Aus diesem Grunde wurden ihre Reste in kleine Stückchen geschnitten, in den Hundenapf verfrachtet und mt Kürbiskernöl übergossen. Dann bot man sie J. an, die den Ficusersatz begeistert verschlang.


Und die Moral von der Geschicht':

a) Ficusblätter ißt man nicht.
b) Pitayas kauf' bei Netto nicht.
c) F. Ficus ißt, die Schwester bricht.
d) Bei Netto herrscht FreundLICHkeitspflicht.
e) Sieben Silben reichen nicht.



Mittwoch, 2. September 2009

Auch wer Käse am Bein hat, darf Zivilcourage zeigen

Wieder einmal eine fiktive Situation mit anschließender Moral:
Man nehme an, man hätte an einem heißen Tage Durst, schaute in den Kühlschrank und kein Erfrischungsgetränk stünde bereit. Schon wieder haben die Mitmenschen die Cola ausgetrunken und keine neue Flasche zum Kühlen gestellt! Als ungeduldige Person nimmt man also die warme Cola und legt sie in den Tiefkühlschrank. Danach vergißt man selbige umgehend. Drei Stunden lang verbleibt das süße Getränk bei -20°C im Eisfach, bevor es einem erneut einfällt. Hastig greift man zur Flasche, um ernüchtert festzustellen, daß ihr Inhalt natürlich schon zu 75% gefroren ist. Hier fängt nun der prekäre Teil an: Vom Durst geplagt, denkt man 'Ach, drei Schlucke kann ich ja nehmen, ist schließlich noch nicht komplett gefroren,' und schraubt die Flasche auf. Dies erweist sich innerhalb von drei Sekunden als fataler Fehler. Physik und Chemie haben Hand in Hand gerackert, um das Plastikbehältnis mit extra stark schäumender Cola Light in eine Bombe zu verwandeln. Sobald der Schraubverschluß geöffnet ist, sprühen 1,5 Liter Cola in hohem Bogen den gesamten Raum gleichmäßig ein. Auf Beispielfotos könnte das so aussehen:
Auch an der Decke und auf dem Hängeschrank, sowie im Lampenschirm wären dann Colalachen und -spritzer. Glücklich jener, der nur Cola Light trinkt, die im Gegensatz zu normaler Cola kaum klebt.
Im ganz realen Leben hat auch F. recht vielfältige Erfahrungen im Bereich 'Unfälle mit Essbarem'. Wenn sie zum Beispiel ein frisch gebackenes Salamibaguette auf den Teller legt und dann selbigen in der einen Hand haltend, mit der anderen die Besteckschublade öffnet, um ein Messer zu greifen, rutscht das leckere Gebäck völlig überraschend in den Besteckkasten und verstreut vor lauter Schreck den gesamten Belag auf die feindlichen Schneidwerkzeuge.
Dann schaut es sich die angerichtete Sauerei bedröppelt an.
Zieht F. ein frisches Kleidungsstück an, verteilt sich irgend etwas Fettiges an einer ungünstigen Stelle, wie zum Beispiel Parmesan im Schrittbereich. Mit Parmesan in der Schrittgegend läßt sich das Leben gleich viel weniger genießen. Das soziale Ansehen fällt. Statistiken ergaben, daß Käse zwischen den Oberschenkeln den eigenen Beliebtheitsgrad bei anderen Menschen sogar noch mehr senkt, als offen zur Schau gestellte Fremdenfeindlichkeit. Dem stimmt F. moralisch gesehen überhaupt nicht zu. Zwar gehört Tilsiter eher auf den Tisch als an die Hose, trotzdem enthält er aber viel Kalzium und schmeckt gut. Die unglückliche Kombi Beinkleid/Käse soll also verziehen und nur in besonders schwerwiegenden Fällen durch mahnende Worte zur Anzeige gebracht werden. Anders bei der Fremdenfeindlichkeit, diese gilt es immer und umgehend zu bekämpfen, sei es durch Wort oder Tat. 'Einleuchtend!' wird der aufmerksame Leser der aufmerksamen Leserin zurufen. 'Richtig!' pflichtet F. bei und beschließt damit ihre Beweisführung. Nieder mit den Statistiken.