S. ist die Stadt mit vier t, in der Nachtbusse nur am Wochenende fahren. Nach 0 Uhr bleibt man wochentags also daheim. Genug Zeit, diese Seite zu lesen!
Dienstag, 6. September 2011
Wenn F. einer doof kommt...
Donnerstag, 21. Juli 2011
PorNO!
Samstag, 26. Februar 2011
Einmal den Kopf nach links kippen, bitte
Mittwoch, 16. Februar 2011
Blöd, aber wahr
Viele Dinge auf der Welt sind total blöd, aber trotzdem absolut wahr. Zum Beispiel hängen für die Landtagswahlen gerade überall Plakate von FDP-Kandidat Michael Marquardt in der Gegend herum. Schriebe man nun in großen Lettern 'Mein Nachname ist doof.' auf die Poster, wäre das eine blöde Idee obendrein mit subjektivem Schnickschnackdenken garniert. Wahr ist es aber dennoch: Marquardt klingt wie ein unleckeres Stück germanischer Blockschokolade mit niedrigem Kakaoanteil. Ein staubiger Schokoquader mit 't' hinten dran, nach dessen Genuß jeder sofort ein Glas Flüssigkeit trinken möchte - sogar wenn ausschließlich 100%iger Orangensaft im Hause ist, welcher bekanntlich direkt nach dem Verzehr von Schokolade besonders eklig schmeckt. Genauso hört sich das an! Dienstag, 9. November 2010
Erna rockt die Straße.
Dienstag, 16. März 2010
Sachsens Stolz, Autos Schmerz.
Sonntag, 4. Oktober 2009
Mit dem Jodeldiplom aus der Krise
Total voll war am Freitag hingegen die Gläserne Manufaktur von VW - voller Volkswagen. Der nur oberflächlich informierte Fabrikbesichtigungsführer mit den feschen Kotletten wies auf gelenkschonendes Parkett und geräuscharmes Arbeitsambiente hin, konnte aber zu Motorisierungsdetails nichts Genaues sagen. War am Ende auch nicht so schlimm, denn F. würde sich sowieso niemals einen Phaeton kaufen. Untertreibungen sind nämlich gar nicht ihr Ding und ein 180.000 Euro Auto, das aussieht, wie ein zu groß geratener Passat, kann man wohl doch zu selbigen zählen. Das VW-Werk an sich schaut dagegen innen wie außen gleichmäßig gut aus. Man federt gelenkschonend durch die Etagen und bewundert die weiß gekleideten Mitarbeiter, die ihrer wahrscheinlich sehr eintönigen Arbeit wenigstens zu vernünftigen Löhnen nachgehen dürfen. Überhaupt sollten langweilige Berufe höher bezahlt werden, als interessante. Wer dann die höchste Vergütung bekäme, bleibt herauszufinden. Wahrscheinlich U-Bahn- oder Taxifahrer. Erstere sitzen nur in der Kabine und tun so, als würden sie zur Steuerung der Bahn mehr beitragen, als das Öffnen und Schließen der Türen, Letztere hängen die meiste Zeit ab und fahren hellgelbe Autos. Dabei atmen sie Duftbäumchengeruch ein und schmauchen unablässig Zigaretten, ihr täglich Brot mit einer Fähigkeit verdienend, die fast jeder Bürger auch erworben hat: Autofahren. Selbiges gilt für Schaffner. Wo liegt der Kick einer Profession, bei der man nur durch Züge laufen muß? Das kann sogar F. und die ist sonst eher ungelenk. Würden Schaffner auf Skateboards durch die Abteile brausen und Fahrscheine knipsen, wäre es etwas Anderes. Aber nein, sie laufen in verwurschtelter Uniform so vor sich hin. Keine gute Vorraussetzung für Schickheit und sportliches Auftreten, dafür aber nach dem F.schen Modell für sehr viel Langeweile und mehr Geld.
Auf der Görlitzer Straße gibt es für ganz wenig Geld die erste Fetawurst Deutschlands zu kaufen - und zwar für 99 Cent. Wie interessant der Obst- und Käseverkäuferjob des Obst- und Käseverkäufers ist, weiß F. nicht. Am Preis der Fetawurst kann dies ja auch nicht sicher festgestellt werden. Tendenziell tippt sie aber auf unfassbar bis erschütternd langweilig. Deswegen designt der Kaufmann in seiner Freizeit auch innovative Dinge wie die Fetawurst. Man muß schließlich geistig fit bleiben. Vielleicht auch noch einen zweiten Bildungsweg in Richtung Kunst oder Musik einschlagen. Dann hat man was Eigenes. Dann hat man das Jodeldiplom.
Freitag, 19. Juni 2009
Einmal mit Profis arbeiten...!
Die inkompetenten Neandertaler in der Werkstatt ersetzten nicht nur die fehlenden und kaputten Teile, sondern vergaßen auch gleich noch, den Schlauch der Wischerflüssigkeit wieder an den Tank anzuschließen bzw. rissen ein Stück davon ab. Natürlich bemerkten sie dies nicht (Lernen aus Fehlern also ausgeschloßen) und mußten erst von A. darauf hingewiesen werden, die sich wunderte, warum der Tank, den sie eben vollgefüllt hatte, gleich wieder leer lief. Ein Blick unter den Wagen klärte schnell das Problem.
Fazit: Ein bekloppter männlicher Typ benimmt sich daneben und versorgt so seine Geschlechtsgenoßen mit Verdienstmöglichkeiten. Der Kreislauf ist perfekt.
Perfekt war auch die Folge unglaublicher Ereignisse am Mittwoch auf F.s Arbeit. Vorinformation am Rande: nächste Woche Mittwoch begehen die Einwohner der Provinz den Nationalfeiertag Quebecs. Da F. bei den landesüblichen Feiertagen noch nicht so der Profi ist, fragte sie also ihre Chefin (gebürtige Polin), ob an jenem Tage arbeitsfrei wäre. Die Chefin bejahte dies und meinte, es handele sich schließlich um den Nationalfeiertag Quebecs. Verwundert rief F. aus, daß Quebec ja gar kein Land sei. Den hinter ihr sitzenden Quebecer erzürnte dieser laut ausgesprochene Fakt derart, daß er F. ein herzhaftes gerbrülltes "Fuck you!" (zu dt.: unsachliche, sehr vulgäre Beleidigung) entgegen schmetterte. Das ging ja mal noch, denn von jenem subversiven Subjekt konnte man wahrlich nichts Fruchtbareres erwarten. Der Knüller kam nach wenigen Sekunden Bedenkzeit; der Typ drehte sich erneut um und fügte hinzu, daß sein Land wenigstens keine Abermillionen Juden ermordet hätte. Ob dieser unangebrachten, der gegenwärtigen Situation keinerlei wertvolle Informationen hinzufügenden Bemerkung empörte sich F., deren tatsächliche Verantwortlichkeiten bezüglich des Holocaust aufgrund leichter zeitlicher Hindernisse doch eher gering ausfallen, in recht intensivem Maße. Den anwesenden Kollegen standen sowieso die Münder offen. Im Zuge F.s eingelegter Beschwerde wegen Diskriminierung wurde besagter Mensch innerhalb von zehn Minuten fristlos gekündigt und der Firmenhallen verwiesen.
Fazit Nummer zwei: Bisweilen funktionieren gewisse Prozeße auch in Quebec effizient.
Donnerstag, 11. Juni 2009
Das Leben ist ein zorniges Wurstbrot
- Es gibt zahlreiche wohlschmeckende, zuckerfreie und damit zahnfreundliche Limonadesorten, z.B. zuckerfreie Litschi-, Preiselbeer-, Granatapfel-, Limetten-, Kirsch-, Erdbeer-, Trauben-, Zitronen- und Ingwerlimonade zu tollen Preisen (45 Cent pro Liter). Diese werden von den Einheimischen verschmäht, weil sie nicht dick machen.
- Die Straßen sind in der Regel doppelt so breit wie in Deutschland, ebenso die Parkplätze. Selbst F. flutscht hier die Fünfmeterkutsche in unter zehn Zügen in jede Lücke.
- Die Menschen räumen (fast) immer den Kot ihrer Hunde weg, in (fast) allen Parks, Naherholungsgebieten und auf sonstigen Grünflächen. Auf dem Gehweg liegt NIE Hundekacke. F.s Schuhprofil bleibt verhältnismäßig geruchsneutral.
- Schneegarantie im Winter: mindestens drei Monate lang gibt es eine geschlossene Schneedecke.
Soweit zur mageren Ausbeute der positiven Aspekte. Zwei studierte deutsche Menschen marterten ihre Hirne und fanden doch keine weiteren guten Punkte. Dafür aber jede Menge blöde/schlechte/nervige Seiten Quebecs:
- Die Straßen sind zwar breit, aber entsetzlich in Stand gehalten. Auch hier scheint der arthritiskranke, einhändige Riese, der schon F.s und A.s Bad flieste, als Straßenbauarbeiter am Werk gewesen zu sein. Die Beschilderung ist extraschlecht, damit verzweifelte Einwanderer oder Touristen nie wieder den Weg zurück ins Heimatland finden und auf immerdar in Quebec bleiben müssen. Spuren enden ohne Vorwarnung, Ausfahrtshinweise werden drei Meter vor der jeweiligen Ausfahrt platziert und Entfernungsangaben kennt man kaum. Quebecer müssen keine Fahrschule machen, um den Führerschein zu bekommen, sondern nur eine Prüfung in einem selbstgewählten (!) Fahrzeug absolvieren. Die meisten wählen einen Panzer, vergessen dann später im Straßenverkehr aber, daß sie jetzt in einem normalen Kraftwagen sitzen.
- Die (französischsprachigen) Menschen sind unfreundlich, unsozial, distanziert und feindselig. Sie mögen keine englischsprachigen Menschen (die im Lande durchaus beheimatet sind), keine Ausländer und auch keine anderen französischsprachigen Individuen. Vorallem aber mögen sie keine anderen Quebecer. Persönlicher Austausch ist unerwünscht. Der/die normale, Bekanntschaften suchende Europäer(in) fühlt sich regelmäßig wie ein(e) verrückte(r) Stalker(in), nur weil er/sie versucht, eine(n) Quebecer(in) zum Kaffee zu treffen.
- Essen ist teuer. Zwei Liter Milch kosten fünf Dollar, ein Kilo vom billigsten Käse 25 Dollar, eine Dose Pulvercappuccino acht Dollar. Deswegen sind die Quebecer etwas weniger dick, als ihre nordamerikanischen Nachbarn und fühlen sich diesen überlegen.
- Quebecer denken, ihre Provinz hätte einen starken europäischen Anstrich, was nicht stimmt. Gleichzeitig finden sie Europa doof. Nordamerika auch. Weil die Stadt Montreal drei U-Bahn- und zwei Dutzend Buslinien auf 1,6 Millionen Einwohner hat, denken die Leute, sie wären umweltfreundlich. Autos mit 25 Liter Verbrauch sieht man aber dennoch an jeder Ecke. Die Stadt verlassen, um in umliegende Grüngebiete zu kommen, ist ohne KFZ nicht möglich.
Sonntag, 31. Mai 2009
Warum sind Möhren orangener als Orangen?

So sieht es im heimischen Garten aus, wenn schönes Wetter herrscht. F. guckt natürlich doof und puhlt sich grad mit verschlossenen Augen im Ohr herum. J. ist nur halb auf dem Foto. Ihr Unterteil mußte vermutlich den lila Blumen auf der oberen Bildhälfte weichen. Genau weiß man das nicht, denn der Nachbar hat das Foto geschossen. Vielleicht hat er auch nur schief auf's Display geschaut, die Blumenerklärung klingt allerdings wesentlich plausibler. Es kommt ja unglücklicherweise öfters vor, daß Menschen geknipste Lichtbilder zur Hälfte mit Banalem füllen. Ob 50% grauer Himmel, 45% reingrüne Wiese, das Kamerabändchen halb auf der Linse oder ein fremder abgehackter Menschenkörper bzw. 150 unbearbeitetete, unsortierte Bilder vom ersten Geburtstag der Enkeltochter - den Leuten fällt immer etwas Hübsches ein, um ihren Fotos einen ganz speziellen Amateurtouch zu verleihen. Dann brennt man im Zeitalter der digitalen Fotografie (ausgeleierte, pseudorevolutionäre Phrase) den ganzen Bilderwust auf eine DVD und schickt sie an alle Verwandten. Die freuen sich ganz besonders, wenn die Hälfte der optischen Grußbotschaft auf dem Kopf steht. Früher war alles besser! Da paßten nur 36 Bilder auf einen Film, danach war Feierabend. Was vor 15 Jahren der volle Film, ist heute der leere Digitalkameraakku. Zum Glück halten die Dinger nicht ewig, sonst würden aus 150 Schnappschüssen 70ster Geburtstag womöglich 300.
Trotzdem findet F., die eher ein Fotografiermuffel ist, Digitalkameras ausgezeichnet. In verantwortungsvollen Händen bringt ein solches Gerät viel Freude ins vorher öde Leben der 10 Euro Fuji Wegwerfpappfotoapparatkäuferin. Auf dem Display kann man zum Glück meistens sehen, ob die fotografierten Personen blöd gucken und somit unattraktiv wirken. In solchen Fällen wird ratzfatz gelöscht. Nur wenn der Nachbar das Foto schießt, bleibt alles unzensiert. Natürlich finden meistens alle Menschen das gemachte Foto supertoll. Alle, außer man selbst. Derartige Selbstkritik am eigenen Aussehen gehört verboten! Erst Jahre später realisiert nämlich die junge Person, wie außerordentlich gutaussehend sie mit 25 doch noch war - dann ist die Zeit der Attraktivität aber leider schon vorbei. Nehmt Euch diesen Ratschlag deswegen zu Herzen: Auf einem Foto sieht man in neun von zehn Fällen 100mal (Achtung, frei erfundene statistische Werte!) toller aus, als man kurz danach glaubt. Deswegen sollte der Löschdaumen langsamer löschen.
Zum Schluß noch eine erhellende Bonuserkenntnis, die F. über sich selbst gemacht hat: Sie denkt sich gern Prozentzahlen zu Fakten aus, deren wahre Statistiken sie vergessen hat oder nie wußte. Dies läßt sie glaubwürdiger wirken und die meisten Leute fallen darauf herein. Man muß nur selbst von der ausgedachten Zahl überzeugt sein und notfalls einen Streit um die Richtigkeit selbiger anzetteln. In 75% der Fälle klappt dies prima.
Dienstag, 14. April 2009
Tausche zweimal Tierequälen gegen einmal im Teich baden
Mit dem Vandalenkreuzer kam man also 16:00 Uhr am Park an, der weit abseits der ohnehin nur dürftig zivilisierten kanadischen Stadt liegt. Die Öffnungszeiten von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang sind reichlich bemessen und man wog sich in der Annahme, noch drei schöne Stunden spazierengehend zu verbringen. Nach anderthalb Stunden vergnügten Laufens brauste jedoch laut hupend ein Parküberwachungsauto heran, dessen Fahrer F. und A. mit finsterem Gesicht mitteilte, daß der Park wohl schon bis zum Sonnenuntergang geöffnet sei - der Parkplatz allerdings nur bis halb fünf. Welchen Sinn dies haben soll, wo man doch ohne Auto niemals zum Park gelangen kann und weit und breit keine andere Parkmöglichkeit existiert, das wird traurigerweise auf immerdar vor dem Auge der Logik verborgen bleiben. Das ärgerliche Männchen schärfte den drei Spaziermädels ein, auf schnellstem Wege zurückzulaufen und rollte von dannen.
A., F. und J. tippelten also rasch zum Auto zurück und fanden unter dem Scheibenwischer folgenden schönen Zettel:
- Im Park mit unangeleintem Hund oder einer Leine >2m spazierengehen. - 75$
- Hundekot nicht sofort hygienisch entfernen. - 75$
- Mit Hund in Teile des Parkes gehen, die für Hunde verboten sind. - 75$ (Anm. v. F.: Hunde sind auf bestimmten Wegen ganz verboten.)
- Betreten des Parks mit mehr als einem Hund. - 75$
- Den Hund in einem Gewässer baden lassen. - 75$
- Ein Wildtier verletzen, quälen, fangen oder füttern. - 42$
- Fischen an verbotenen Stellen. - 42$
- Aktivitäten nachgehen, die im Park nicht angeboten werden. - 42$
- Nach dem Schließen des Parkplatzes um 16:30 Uhr ein Auto auf selbigem parken. - 42$
F., A. und J. jedenfalls haben sich an diesem Tage gleich mehrerer Dinge schuldig gemacht; sie haben
- den Hund zeitweise ohne Leine laufen gelassen und eine Leine benutzt, die länger als 2m war - 75$
- den Hund im Teich baden lassen - 75$
- mit Hund Wege betreten, die für Hunde ganz verboten sind - 75$
- ins Gebüsch gepullert - 42$
- das Auto nach 16:30 Uhr geparkt - 42$
Sonntag, 8. Februar 2009
Wenn's um Rost geht - Montreal!
Donnerstag, 5. Februar 2009
Sport unter der Auslegeware.
Wenn Dusseligkeit klein machen würde, könnte F. unter dem Teppich Rollschuhfahren. Vor einem Monat hatte sie beim Tanken den Deckel auf dem Autodach liegengelassen, war dann eine Stunde lang 90km/h auf der Autobahn gefahren und hatte erst nach dem Aussteigen bemerkt, daß der Verschluß sich glücklicherweise in der Dachreeling verhakt hatte und noch genauso da lag.Heute stand erneut der Benzineinkauf an. Unpraktischerweise muß man hier in Kanada an der Tankstelle meist vor dem Tanken zahlen. Also an die Tanksäule rangefahren, Nummer gemerkt, bezahlt. Dann der Schock am Auto: Die Tanköffnung ist ja auf der anderen Seite! Wie kommt die denn da so plötzlich hin? Da man ja nun für diese spezielle Tanksäule gezahlt hat, bleibt einem nur das umständliche Umparken. Der ein Stück weiter stehende Tankstellenshoplieferfahrzeugfahrer kicherte vernehmlich. Der Tankvorgang verlief ereignislos, F. fuhr nach Hause. Dort angekommen, bemerkte sie nach dem Aussteigen, daß nicht nur der Tankdeckel auf dem Fahrzeugdach weilte, nein, auch die seitlich aufklappbare Tankklappe war noch weit geöffnet. Wo soll das nur hinführen?
Hoffentlich nicht dorthin, wo die Metro heute morgen hinfuhr. Das war nämlich nirgendwohin. Eine geschlagene Stunde wartete F., die ja verantwortungsbewußterweise schon ein Ticket gelöst hatte, auf die U-Bahn. Drei Züge kamen auch vorbei, waren aber derart vollgestopft, daß die Leute leicht nach oben schauen mußten, um sich bei einem kleinen Ruck nicht unfreiwillig gegenseitig unsittlich im Gesicht zu berühren. Nach 60 Minuten erklang eine Durchsage, die ein Ausfallen der kommenden Züge für eine weitere Stunde ankündigte. Daraufhin sah selbst F. ein, daß es wohl besser wäre, nach Hause zu gehen und den Mißstand auf Arbeit zu melden. Dort fehlten wohl allerhand Angestellte, denn es dauerte sehr lange, bis jemand an den Apparat ging. Das Ende vom Lied: Freier Tag für F., extralanger Spaziergang für J. und 30 Minuten Verspätung für A., die später auch noch die Metro nehmen mußte.
Mittwoch, 28. Januar 2009
Waschanlagenpanik und behauchte Scheiben

2 Wochen früher. A und F. kamen mit J. auf dem Rücksitz vom Spaziergang zurück und beschloßen spontan ob der entstellenden Dreckigkeit des Fahrzeuges, selbiges mal durch die Waschstraße zu fahren. Also wurde an der nächsten Tankstelle die Deluxewäsche gebucht und ins Waschanlagenlokal eingefahren. An den ruhig hinten sitzenden Hund dachte man nur nebenbei, F. freute sich viel zu sehr auf den Ritt durch die Wäsche. Eben jener Hund schob jedoch im eingeseiften Auto eine derartige Panik, wie A. und F. es noch nicht erlebt hatten. Wahnsinniges Hyperventilieren, Speicheln, Hecheln, Fiepsen, wilde Todesangst in den Augen, Leckerlieverweigerung (!). Aus der Waschanlage kommt man natürlich nicht so ohne Weiteres heraus und selbst danach beruhigte sich J. kein bißchen. Erst als man 10 Minuten später zuhause ankam und sie aus dem Auto ließ, wurde es besser. Seitdem (nicht sofort danach, erst einige Tage später) hechelt Madame nun ca. 5 Minuten nach Fahrtbeginn fiepsend vor sich hin. Bei jeder Fahrt. Normalerweise würde F. das einfach ignorieren, aber......heute ging das nicht. Bei dichtem Schneegestöber fuhr man zum Gassi los, Hund auf angestammtem Platze hechelnd. Nun kamen aber starkes Hecheln und Schneefall zusammen und die Lüftung schaffte es nicht mehr, die Frontscheibe vorm Beschlagen zu bewahren. Anhalten Downtown war natürlich nicht drin und es hätte ja auch nichts genützt - erfahrungsgemäß würde J.s Streßhechelei durch nichts aufzuhalten sein. Der Zustand nagte an F.s Nerven. Halb wahnsinnig kam sie am Park Angrignon an, verrichtete im tiefen Schnee stapfend den Spaziergang und fuhr dann mit links und rechts geöffneten Fenstern nach Hause, nur um noch in einen Stau zu geraten. Was für eine hitleröse Fahrt!
Montag, 19. Januar 2009
Auferstanden aus Ruinen
Diesen hatte A. in einem 10minütigen Telefongespräch, in dem sie 5mal verschiedenen Leuten den Sachverhalt erklären mußte, herbeigerufen. Nach 2 Stunden läutete der Telefonapparat und eine automatische Stimme befahl "mit zwei Identitätsnachweisen, der CAA Mitgliedskarte und den Autoschlüsseln" vor der Haustür auf die Ankunft des edlen Mechanikers auszuharren. Wohl damit der ja nicht aussteigen und klingeln muß...
Monsieur McDesjardins hatte trotz -10°C (ja, es ist wieder wärmer) nur einen leichten Fleecepulli an, dafür aber umso mehr isolierendes Körperfett. Da unser Auto (1990er Oldsmobile Cutlass Cruiser) von einer amerikanischen Firma gebaut und designt wurde, konnte man natürlich nicht erwarten, daß der Batteriewechsel einfach und schnell gehen würde. Nein, der KFZ-Mensch mußte erst allerlei Streben und Schläuche abtragen, um an den Batterieklotz zu gelangen. Das dauerte dann schon so seine halbe Stunde.
Danach sprang die gute alte Paulette schnurrend an und A. zahlte mit ihrer Kreditkarte. Ja, Ihr habt richtig gehört, der Reparaturmensch hat in seinem Auto tatsächlich ein Kreditkartenlesegerät. Faszinierend.
Warum einfach, wenn's auch doof geht

Na, was heißt das nun? Darf man hier parken? Oder doch nicht?
Folgende Fakten enthält das anschauliche Schildchenteam:
- Hier hört das generelle Parkverbot auf.
- Hier fängt zusätzlich das spezielle Parkverbot an. Es gilt zwischen 9 und 23 Uhr für alle außer Leute mit Sonderparkausweis Nr. 41. Die dürfen dort immer parken. Menschen mit offiziellen Stadtfahrzeugen sind auch immer herzlich zum rechtmäßigen Parken eingeladen, ABER:
- Auch offizielle Stadtfahrzeuge und Sektor 41 Menschen müssen ihr Auto in der "verbotenen Periode" wegfahren. Die verbotene Periode steht dann gaaanz oben: Dienstag und Freitag zwischen 9 und 17 Uhr.
P.S.: Wenn Schnee liegt, wird es noch komplizierter, dann kommt nämlich ein extra Schild ran, das einem sagt, daß man da entweder gar nicht mehr, nur von 7 bis 19 Uhr oder von 19 bis 7 Uhr parken darf, weil das Räumauto kommt. Manchmal kommt es auch nicht, dann war das Sonderschild sinnlos. Hammer's jetze?
Freitag, 16. Januar 2009
Schwierige Situationen im Ausland - bitte hier anstellen!

A. und F. nehmen wirklich alles mit. Was wäre ein Auslandsaufenthalt auch ohne verzweifelte Situationen und Havarien am laufenden Band? Man würde sich glatt langweilen. Damit den Beiden dies auch ja nicht passiert, umgehen sie jedes Fettnäpfchen und springen direkt in die Fritteuse:
- Auto tot nach 4 Tagen bei -21 bis -27°C? - Wir nehmen's mit!
- Anderthalb Stunden im Auto ohne Heizung in der Schlange am Grenzübergang bei -15°C und beschlagenden Scheiben? - Wir nehmen's mit!
- Am Wochenende alle Werkstätten geschlossen und keine Möglichkeit zur Reparatur? - Wir nehmen's mit!
- Die Fensterscheibe der Terrassentür fällt bei arktischen Temperaturen fast aus dem Rahmen und hinterläßt einen nicht zu reparierenden, 4cm breiten Spalt? - Wir nehmen's mit!
- In der Badewanne sitzen, Wasser nachlassen wollen und feststellen, daß kein heißes mehr da ist (obwohl wir keinen Boiler haben)? - Wir nehmen's mit!
- Erfrierungen an Gesicht und Händen? - Wir nehmen's mit!
- Jalousie der Mietwohnung fällt beim Versuch des Hochziehens vor lauter Schreck in Nichtfunkionalitätsstarre? - Wir nehmen's mit!
- Waschbär bepinkelt sämtliche Müllsäcke, die auf der Terrasse lagern und man faßt aus Versehen rein, sodaß die Hände ewig nach wilder Libido duften? - Wir nehmen's mit!
- Der Tiefkühlschrank geht kaputt und 10kg Fleisch vergammeln? - Wir nehmen's mit!
- Der Schlüssel steckt noch im Zündschloß, als F. die Tür des Wagens 5km von zuhause entfernt zumacht? - Wir nehmen's mit!
- Ein Eichhörnchen wird aus eigener Blödheit und suizidalem Verhalten vor den Augen dreier entsetzer Zeugen von J. auf Kommando F.s aus Versehen getötet? - Wir nehmen's mit!
- Die Wohnungtemperatur geht nie über höchstens 19°C? - Wir nehmen's mit!
Weitere Vorschläge, Opfer alltäglicher Mißgeschicke zu werden bitte an: Franziska@da_mußte_ma_bißl_offpassen.de
Samstag, 3. Januar 2009
6h für 200km und 1 Arbeitserlaubnis
Hat man den Antrag auf die kanadische Arbeitserlaubnis bewilligt bekommen, muß man zu einem Grenzübergang, um sich selbige ausstellen zu lassen. Ein Flughafen geht dafür nicht, denn das wäre zu einfach. Man muß schon 100km bis zur US-amerikanischen Grenze nach New York fahren, ausreisen und wieder in Kanada einreisen, um das Blättchen in den Paß geheftet zu bekommen.
An der Grenze in die USA wird man schon vor dem Grenzhäuschen im Auto fotografiert. Das Gespräch mit dem Beamten im Häuschen zeichnet die vernünftige Regierung per Video auf. Nachdem der erste Beamte die Pässe und den Brief über die Bewilligung der Arbeitserlaubnis in Kanada eingehend studiert hat, behält er diese ein (!) und ein zweiter eskortiert zu Fuß das Auto zu einem nahegelegenen, von 11 Polizeiautos umgebenen Parkplatz. Dort muß man seine Autoschlüssel abgeben und wird in das Grenzgebäude geführt, an dessen Eingang natürlich eine Wache steht.
Alle Beamten haben 9 Ledertäschchen an ihren Gürteln hängen, zusammen mit einer Handfeuerwaffe, einem Metallschlagstock und einer Metalltaschenlampe. Natürlich tragen alle kugelsichere Westen, die es erstaunlicherweise auch in Übergrößen zu geben scheint (die Beamten halten wohl nicht so viel von gesunder Ernährung und Sport). Man wird mit seinem Vornamen aufgerufen und muß den Grund für das Stören an der Grenze erklären. Dann werden Fingerabdrücke beider Hände genommen und Fotos der potentiellen Eindringlinge gemacht, damit schonmal Suchplakatvordrucke als PDF-Datei im FBI-Ordner gespeichert werden können. Man wird nach dem Wirken der eigenen Großeltern im zweiten Weltkrieg gefragt. Nee, Scherz. In Wirklichkeit wird man nur gefragt, ob man eine Axt mit sich führt.
Die ganze Prozedur findet wohlgemerkt statt, obwohl man ja gar nicht in die USA einreisen, sondern nur über die Grenze und schnell wieder zurück gehen möchte, um im kanadischen Immigrationsgebäude seine Arbeitserlaubnis ausgestellt zu bekommen.
Die US-amerikanischen Beamten sind aber nun einmal extra vorsichtig, schließlich müssen sie alle Terroristen der Welt abwehren, die natürlich sicher indirekt an der drohenden Pleite von Ford und GMC schuld sind. Was die Beamten in den vielen Ledertaschen an ihrem Gürtel verstaut haben, traute F. sich nicht zu fragen, aus Angst, dann mit erhobenen Händen breitbeinig an die Wand gestellt zu werden. Wahrscheinlich sind es nur Taschentücher und Lutschbonbons. Oder Handcreme. Bestimmt aber Pfefferspray, eine Liste beleidigender Wörter auf Arabisch, ein Zertifikat über mangelnde Bildung bezüglich internationaler Angelegenheiten, ein Zettel mit einer Argumentationskette und plausiblen Ausreden, die einem aus einer möglichen Anklage wegen Folter helfen könnten, ein Snickers und eine Fernsehfernbedienung.
Nach einer weiteren kurzen Wartezeit bekommt man einen Zettel, auf dem steht, daß die Einreise in die USA verweigert wurde. Dabei wollte man ja gar nicht einreisen. Ein jähzorniger Beamter führt einen dann wieder "nach Kanada" zurück. Das Aufbegehren gegen Zollbeamte ist übrigens eine Straftat und keine Ordnungswidrigkeit. Es kann zur Inhaftierung führen. Über diese Fakten wurde der oder die Einreisende schon vorher auf großen Schildern informiert.
In der Schlange "nach Kanada" mußten F., A. und J. dann sage und schreibe anderthalb Stunden warten. Was die Wartezeit gefühlt arg verlängerte, war die Tatsache, daß kurz nach Fahrtantritt in den 50 Meter entfernten USA die Heizung und das Gebläse des Autos den Dienst versagten. Es wurde also nicht nur total kalt im Auto (der/die geschätzte Leser(in) erinnere sich an die -13°C Außentemperatur), sondern die Scheiben beschlugen auch alsbald. Deswegen mußte das Fenster geöffnet werden. Nie warteten F. und A. länger in einer Schlange...
Reifliche Überlegung und väterliche Hilfe ließen vermuten, daß fehlende Kühlflüssigkeit für den Motor die Ursache des Übels sein mußte. Solche stand im Wartebereich der Grenze leider auch nicht zum Verkauf. Man fror still vor sich hin, während die Kinder im Toyota nebenan DVD guckten.
Nach 90 Minuten waren die französischsprechenden Beamten im Zollgebäude sehr freundlich. Im unbewachten Warteraum gab es einen Kaffeeautomaten und die Beamten hatten außer einer Taschenlampe und dem Schlagstock nur noch je einen großen Stempel am Gürtel hängen. Endlich konnte F. ihre Arbeitserlaubnis in den Händen halten!
Zurück im Auto fror der Hund, der die ganze Zeit hatte warten müssen. F. und A. fuhren zur nächstgelegenen Tankstelle und füllten die Kühlflüssigkeit auf. Nachdem die Heizung auf Blitzkrieg gestellt war, ging es zackig mit 100km/h heimwärts. Nie kam einem das Apartment in der Rue de la Visitation gemütlicher vor - so ganz ohne Schlagstöcke und Kameras.




