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Dienstag, 2. August 2011

Nimm 2 + 38

Im Hause A. und F. gibt es für den Hund bezüglich Essen eine einfache Regel: Alles, was sich auf dem Fußboden befindet, darf gefressen werden, wenn kein Frauchen im Einzelfall brummend dagegen vorgeht. Simpel.
 Die Hundedame auf dem Foto links hat aber eine andere Auffassung von 'auf dem Fußboden', als ihre beiden Halterinnen. Hier eine Veranschaulichung:
  • J.s Definition = 'Auf dem Fußboden' ist überall, wo ich mit dem Maul hinkomme, ohne daß meine vier Pfoten selbigen verlassen.
  • F.s Definition = 'Auf dem Fußboden' bedeutet unten liegend, also nicht auf einem irgendwie gearteten Möbelstück.
Aus diesem Mißverständnis resultiert neuerdings der Umstand, daß J. auch Dinge fressen möchte, die z.B. auf dem sehr niedrigen Wohnzimmertisch oder dem Rand des Bettes liegen. Normalerweise ist das kein Problem, denn Essen liegt hier eh nie herum (das verspeist die A. vorher schnell). Letztens hatte sie jedoch eine ganze Tüte Nimm 2 Lutschbonbons auf dem Bett ausgeschüttet, weil diese später mit Zetteln bestückt und gezählt werden sollten. 48 Bonbons enthielt die Tüte.
Man ahnt, was passierte. Nach abendlicher Abwesenheit lagen nicht mehr 48, sondern nur noch acht Lutschbonbons auf dem Bett - genau jene, die zu weit in der Mitte platziert waren, so daß J. mit den Vorderpfoten hätte hochgehen müssen. Alle Trinknäpfe standen leer, fünf Papierchen befanden sich in des Hundes Bett, machte unterm Strich fünf Bonbons ohne und 35 mit Plastikpapier im lustig gluckernden Bauch der Bestie. F.s Probe, ob J. aus dem Maul nach Multivitamin roch, blieb negativ, dafür hatte sie umso mehr Durst und dementsprechenden Harndrang.
Man fütterte Sauerkraut und fettarmen Hüttenkäse, um die Plastikmengen ans Tageslicht zu drängen. Schon 24 Stunden später sammelte F. mit durchsichtiger und grüner Folie gespickte Kackwürstchen ein - Unmengen davon. J. hat eben doch einen Schweinemagen.

P.S.: A. und F. wissen jetzt, was 'auf dem Fußboden' bedeutet und werden sich entsprechend danach richten. 

Freitag, 22. Juli 2011

Es geht immer noch dreckiger

Immer rein ins Vergnügen from Die F. on Vimeo.

Wer kichert denn da so dämlich im Hintergrund? Müssen Sie mit Ihrem Hund in dieser hohen Stimme sprechen? Da macht man sich doch zum Affen, nicht mit mir Freundchen.

Freitag, 15. Juli 2011

Die kack Menschen sollen nicht so schnarchen, wenn ich zwitschere

Manche erwachsene Menschen haben eine solche Angst vor Hunden, daß sie dem Hundehalter selbst ein freundschaftliches Zusammentreffen im Freien am Grill verderben können. Obwohl der Hund brav Essen in Augenhöhe ignoriert, zumeist einen Meter Abstand von den anwesenden, befreundeten Leuten hält und niemals bettelt oder sich gar aufdrängt, wird er nie als gut erzogen wahrgenommen. Der Angstempfinder ignoriert nicht, sondern erwartet vom Tier weit mehr Beherrschung, als er selbst je aufbringen könnte. 
Er starrt den Hund ununterbrochen misstrauisch an, wird aber sofort hektisch, wenn dieser aus der Entfernung auch mal zurückschaut. Nicht nur den Angsthasen darf der Hund nicht anschauen, auch seine Tasche muß vor den Blicken des Tieres verschont bleiben, sonst fängt der Mensch umgehend an zu meckern. Sämtliche Lautäußerungen des Hundes, ob aus Freude, Neugier oder Überraschung werden als bedrohlich empfunden, auch wenn sie weit entfernt stattfinden.
Wie kommt es soweit?
Daß der Ängstliche bei fremden Hunden so reagiert, kann F. zwar nicht verstehen, sich aber besser im Kopf zurechtrücken. Nun handelt es sich jedoch nicht um ein fremdes Tier, sondern eines, das man schon mehrmals in friedlicher Aktion traf und die J. ist ja nun wahrlich nicht aufdringlich oder angsteinflößend.
Deshalb nun der endgültige Entschluß: Mit solchen Leuten wollen A. und F. nichts zu tun haben. Gern scharen sie haufenweise Menschen um sich, die Hunde nicht richtig toll finden und deswegen so geflissentlich ignorieren, wie J. das meistens von sich aus tut. Niemand muß das Tier mögen. Aber eine derartige Torheit und Dämlichkeit kann schwerlich akzeptiert werden. Selbst ohne Hund möchte man  nicht ihre Existenz mit der eigenen Anwesenheit erhellen. Leute, die sich so von Tieren entfernt haben, daß sie sie noch nicht einmal dulden können, verdienen keine Gesellschaft. Sie sollen allein versauern und sich mit Gleichgesinnten treffen, die ähnlich verzaubert durchs Leben bräsen. Das wäre dann auch schon Strafe genug.

Samstag, 26. Februar 2011

Einmal den Kopf nach links kippen, bitte


Welch lustigen Reflex der Sam doch hat. Bei J. funktioniert das nicht. Inkompetentes Kamerahandling made by F.

Freitag, 11. Februar 2011

Der Wochenblues

Sicher hat die Weltöffentlichkeit sich in letzter Zeit häufig die Frage gestellt, was J. so den ganzen Tag treibt - wo F. und A. doch soviel zu tun haben. Böse Zungen murmelten unanständige Gedanken in zottige Bärte: '...der arme Hund, wiegt bestimmt schon 25kg und darf nur in zubetonierte, dunkle Ecken kötteln, während F. und A. die zukünftige Elite der Bundesrepublik ausbilden. Verboten gehört sowas. Früher hat es das nicht gegeben. Und dann auch noch eine Spielekonsole kaufen, damit immer mehr Zeit auf dem Sofa herumdrapiert werden kann - so ein Tier muß raus an die frische Luft!' Dergestalt zischte es F. um die Ohren. Nun soll aber aufgeräumt werden mit den ewigen Vermutungen; Fakten müssen auf den frisch abgewischten Tisch.

Montags klingelt um 5:30 Uhr der Wecker. Die arme J. wird genötigt, auf ihr privates Stück Wiese gegenüber, hinterm Bäckersgeschäft, zu pinkeln. Der Grünstreifen direkt vor der Haustür ist ihr nicht genehm, denn dort haben schon zuviele andere Hunde hingemacht. Deswegen kann die schwarze Prinzessin kaum ihre Pfoten auf diesen Boden setzen, geschweige denn den heiligen Fusselpo zum Pullern absenken. Danach frühstückt J. und während die Menschen sich hegen, pflegen und Nahrung aufnehmen, liegt die Hündin des Hauses schon wieder auf ihrem Schafsfell brach. Meistens hat sie nicht einmal Kraft, um an die Tür zu kommen, wenn A. und F. um 6:45 Uhr die Wohnung verlassen. Gegen 12 Uhr stehen die Beiden wieder auf der Matte. J. latscht in der Regel relativ widerwillig in Schrittgeschwindigkeit (!) 15 Minuten um den Block und beschnüffelt dabei jeden Halm. Zuhause kocht F. ein kulinarisch erstaunliches Mahl, J. zerlegt nebenbei eine Rinderkopfhaut oder leert einen Kong. Gegen 13 Uhr zieht J. ihre Schuhe an und schließt den Klettverschluß (Hunde können keine Schnürsenkel binden, weil sie keinen funktionierenden Daumen haben). Es wird in den Wald gelaufen oder mit dem Auto/der Straßenbahn zu einer geeigneten Stelle gefahren. Dabei beschallt F. den Hund mit qualitativ hochwertiger Musik, weil der neue Nissan auch im Kofferraum Boxen hat. Anderthalb bis zwei Stunden  lang springt und hüpft J. durch die Botanik - ja, nun ist auch sie endlich wach - und wird am Ende stark verdreckt wieder eingeladen. Die Qualität des Spazierganges mißt F. am Verschmutzungsgrad des Hundes. Abends latscht man dann wieder eine halbe Stunde gemächlich durchs Viertel bzw. entwischt dem Ordnungsamt im Park.
Dienstags arbeiten A. und F. daheim, deswegen muß J. erst gegen 9 Uhr zum Pullern aufstehen und wird irgendwann nach 13 Uhr von Harald dem Hundesitter abgeholt. Bis 18 Uhr trudelt sie wieder zuhause ein, verspeist in 10 Sekunden ihr abendliches Mahl und meldet sich dann bis zur späten Viertelbesichtigung ins Bettchen ab. Manchmal liegt sie neben F. auf dem Jugendbett und erträgt deren Fluchen beim Videospielen.
Mittwochs passiert alles genau wie montags, außer daß J. beim großen Spaziergang eine Stunde braucht, um auf Touren zu kommen. Vorher trottet sie relativ unmotiviert neben F. her und spürt den Anstrengungen des vorigen Tages nach.
Donnerstags muß J. schon wieder halb 6 aufstehen! Dafür kommen A. und F. erst um 13:30 Uhr nach Hause und es kann sofort frisch losgelaufen werden. Keine Latscherei, kein Getrotte, so soll es sein!
Freitags hat F. frei - J. muß mit A. kurz vor 6 aufstehen, darf dann aber weiterschlafen. Frei haben bedeutet, daß F. sich den ganzen Tag um Stundenvorbereitungen und Korrekturen drückt und schließlich alles aufs Wochenende verschiebt.
Samstags und sonntags werden ausschließlich großartige Dinge getan. In den sehr ausgedehnten Pausen zwischen den großartigen Dingen bereiten A. und F. die Zukunft der Jugend vor. J. wird ordnungsgemäß eingedreckt und sitzt in der restlichen Zeit mit ihren spitzen Poknochen auf F.s behausschuhtem Fuß (wenn sie grad nicht im Schafsfellbett liegt und ihr Fell pflegt oder die Herrinnen des Hauses zum Spiel verleitet).

Enddiagnose: Ca. 56 bis 70km (14 bis 21 Stunden) Gassi pro Woche, 18kg Hund und reichlich dreimal soviel F.

P.S.: Wer sich für die genauen Strecken interessiert, die F. und J. immer so zurücklegen, der klicke hier und gebe rechts oben neben der kleinen Lupe F.s volles Geburtsdatum (Format tt.mm.jjjj) mit einem Leerzeichen zwischen Monatspunkt und Jahreszahl ein. Voilà! Es lebe das GPS!

Donnerstag, 27. Januar 2011

Wie trinkt ein Hund?

Hier die Antwort für alle Menschen, denen diese Frage ebenso wie F. schon manchmal durch den Kopf schoß. Zeitlupe ist toll.


Und eine Bulldogge, die sich schüttelt? Kein Problem:

Freitag, 21. Januar 2011

Die kleinste Violine der Welt spielt nur für Dich

Nähere Erklärungen, warum die F. so lange nichts von sich hat hören lassen, spart sie sich mal. Korrekturen, Unterricht, Korrekturen, Sex, Korrekturen, Gassigehen, Korrekturen, Weihnachten, Korrekturen, 2. Staatsexamensarbeit schreiben, Wii spielen, 15 Mal mit dem Autohändler am Telefon streiten - das soll genügen. Eine Schreibblockade war es nicht, nein, viele schöne Ereignisse warteten ungeduldig darauf, beschrieben zu werden. Alle zusammen saßen sie auf der Wartebank, bis eine Sporthalle nicht ausgereicht hätte, um sie zu beherbergen. Daraufhin gingen die Ereignisse unbeschrieben ihrer Wege und wurden nie wieder gesehen. So passiert das manchmal im Leben.
Etliche Dinge hat F. fotografisch dokumentiert, wie zum Beispiel das leckere Frühstück zu Beginn dieses Artikels. Die vielen nackten Frauen, die sie innerhalb der letzten zwei Monate auf großzügig motorisierten Autos räkelnd beobachten konnte, blieben wiederum unbebildert. Ein Jammer. Dafür schoß sie einige Fotos von J. auf Baufahrzeugen. J. hat viel mehr Fell, als die nackten Frauen und obendrein keinerlei Brüste. Als Ausgleich jedoch wirken Baufahrzeuge sehr viel bulliger und imposanter, denn jeder noch so üppige Busen. Seht selbst:
 J. auf einem Mercedes Traktor, MB Trac, der nicht mehr hergestellt wird.

 J. auf einem mittelgroßen Bagger mit augelatschtem Profil.

 J. auf einem Kipper, der gerade einen Haufen Sand auf eine Person schüttet, die nicht zugeben wollte, daß David Bowie ein toller Sänger ist, der auf Arbeit und in seiner Freizeit durchaus auch glitzern darf, ohne böse ausgelacht zu werden. Zum Zeitpunkt des Kippvorganges wollte der bösartige Musikbanause eben ein kehliges Lachen über Davids Kleidungsstil hinausposaunen, da ward es dem Kipperfahrer zu bunt und er fuhr die Ladefläche hoch. Kurz danach bückte er sich, um seinen Schuh zu binden, deswegen sieht man auf dem Foto niemandem im Fahrerhaus. Allen Nichtkennern von David Bowie sei das Originalvideo zu 'Space Oddity' auf Youtube zum Anschauen handwarm empfohlen. Leute, die das Lied nicht mindestens tolerierbar finden, werden hiermit dazu aufgefordert, dieses Blog umgehend zu verlassen und niemals wiederzukehren. Lohnt sich eh nicht, bei der Schreibfrequenz.

Samstag, 25. September 2010

Hottehü!

Man hätte auch einen Streitwagen anspannen können, so toll liefen der Lethargo-Labrador und die J. nebenher.



Donnerstag, 24. Juni 2010

Wenn der Taube den Blinden führt

Gerade eben kamen A., F. und S. mit den Hunden J. und Sa. (lethargischer Labrador) vom Grillen in der Schreberanlage zurück. Man hatte Käse und Hühnchen auf dem Einweggrill gebrutzelt und sich den Sonnenuntergang angeschaut. Auf dem Rückweg zum Auto dämmerte es schon leicht und Equipment wurde in einer Klappkiste bergabwärts getragen, als plötzlich ein Mischling, kleiner noch als J., wild bellend angerannt kam. J. ging natürlich sofort dazwischen und verjagte den impertinenten Angreifer, der sich nach zwei heftigen Warnungen auch fiepend ins Gebüsch flüchtete. Irgendwann kam dann die Besitzerin hinterher, einen weiteren Hund im Schlepptau. Nach einer kurzen Entschuldigung gingen alle weiter; nur der kleine Mischling, der immer noch lautstark bellte, setzte nach und ehe F. es sich versah, hatte er sie von hinten durch die Hose in die Wade gebissen. 
'Der ist aus'm Tierheim', meinte die inkompetente Besitzerin, die schon wieder 20 Meter ohne ihren kläffenden Hund weitergegangen war, auf F.s Fluchen hin nur hilflos. Als ob das eine gute Erklärung dafür wäre, daß man seinen Hund nicht schon nach der ersten Bellattacke auf Menschen per Leine unter Kontrolle bringt (oder dies zumindest versucht). F. ist ja gar nicht zimperlich - eine fremde Person mal aus Versehen vor lauter Schreck im Dunkeln anzubellen - dafür bringt sie Verständnis auf. Wenn das Bellen dann aber nicht aufhört und der Hund es klar auf den Menschen und nicht auf die anderen Hunde abgesehen hat, sollte man als Halter jedoch einschreiten.
Die kleine Mischlingskröte hatte glücklicherweise nicht mit voller Kraft durch die Hose hindurch gebissen, es blutete nur ganz leicht und wurde halt einfach blau. Eher ein Zwicker, als ein handfester Biss. Und dennoch: wäre es ein kleineres Kind statt F.s 1,72m gewesen, hätte in derselben Höhe gut erreichbar eine kleine Hand gebaumelt - ohne den Schutz einer Hose und sehr viel fragiler, als F.s speckige Wade.
Der Lethargo-Labrador Sa. hatte zu der ganzen Episode übrigens gar nichts zu sagen. So sind sie, die schnarchnasigen Retriever. Auf J. hingegen ist gerade im Dunkeln Verlaß. Braver Hund!

Samstag, 3. April 2010

Spocht ist Mocht

Hat F. es doch heute gewagt, das Radl vom Balkon zu heben und mit J. zwei Stunden durch den Wald zu fahren. Um J.s Geschwindigkeit besser imitieren zu können, gondelte sie mit der Straßenbahn den Berg hinauf, um dann ganz easy bergab ins Tal zu rauschen. Leider besitzt F. kein Tacho, war aber gefühlt durchgehend schnell unterwegs - außer wenn sie grad die eine oder andere Steigung hochächzte. Mehrmals kam es fast zum Sturz, weil in Stuttgart die Wege manchmal derart steil gebaut sind, daß das Hinterrad gern das Vorderrad überholen möchte und F. zwischen drei Übeln wählen mußte: Hinterradbremse ziehen und seitlich wegrutschen oder Vorderradbremse ziehen und über den Lenker absteigen oder beide ziehen und hoffen, daß alles gut geht.  Ging auch alles gut! Andere Radler mit Hund trafen die zwei Hübschen natürlich wieder nicht, dafür reicht der Gehorsam Stuttgarter Hunde anscheinend nicht aus. Auf den letzten zwei Kilometern streikte überraschenderweise J.s Kondition. Sie blieb mitten im Lauf einfach stehen und signalisierte, jetzt nur noch höchstens leichten Trab gehen zu können. So schleppte man sich nach Hause. Der Winter mit den kürzeren Gassirunden fordert seinen Tribut! Oder wird die J. alt?

Montag, 18. Januar 2010

Wenn ick an den Rückweg denke...!

Seit nach S. umgezogen wurde, muß J. immer entsetzlich früh aufstehen! Sieben Uhr klingelt das Weckgerät und A. schleift sie eine halbe Stunde um den Block. Danach gibt es Frühstück und der arme Hund bettet sich wieder für ein paar Stunden. Zu lange kann man aber nicht in der Einsamkeit verharren, drum hat J. einen neuen Gassimenschen, den Harald. Harald ist groß, trägt enorm viele dunkle Haare auf dem Kopfe und spricht - weil er ein Mann ist - mit tiefer Stimme. Trotz vorherigem Testgassi in Begleitung von F. und A. fand J. das deshalb nicht so prickelnd, als der Neue am Montag plötzlich in der Tür stand. Angebellt wurde er! Hernach ließ sie sich aber dennoch das Halsband anziehen und stieg in sein Auto, schließlich roch er ziemlich interessant nach Hund und versprach Entertainment, während es allein zuhaus total öde war. In Haralds Kutsche wartet unter Anderen auch Tammy, eine lebhafte Beagledame, mit der man nach Herzenslust durch Wald und Feld rasen kann. Kurz bevor F. und A. vom Seminar heimkehren, wirft der Gassimann J. wieder in die Wohnung und verabreicht ihr den bereitgelegten Kausnack. Sie ist dann sehr müde und muß sich erstmal ausruhen, bis F. sich abends nochmal mit ihr im neuen Viertel anständig verläuft.
Das passiert nämlich öfters. F. schaut vor dem Gassi auf die Karte, um den Weg bis zum gewünschten Ort abzuspeichern, ist aber zu faul, selbige mitzuschleppen. Irgendwo biegt sie dann falsch ab - genug Seitengässchen dafür gibt es ja - und ist statt 45 Minuten glatte 75 unterwegs. J. stört das nicht so, F. lernt die Gegend kennen. Immerhin hockt sie sonst den lieben langen Tag in einem Gebäude mit gut 400 anderen Lehrern (beängstigender Gedanke, oder?), da leistet ein straffes Umherirren bei starkem Schneefall nach 20 Uhr Körper und Geist sicher nützliche Dienste.

Sonntag, 20. Dezember 2009

Weiterbildung in der Sauna

Letztens besuchten A. und F. zur Stärkung der Abwehrkräfte und aus purer Lebenslust abends um acht Uhr die Sauna. Die anderen Insassen des Etablissments bestanden aus circa 30 Männern und nur fünf Frauen (A. und F. schon mit eingerechnet), obwohl an jenem Tage - wie auch an den meisten anderen Tagen in deutschen Saunen - eindeutig gemischtes Schwitzen vorgesehen war. F. fragte sich, warum hier demografisch gesehen ein solches Ungleichgewicht herrschte. Männer schwitzen ja sowieso meistens viel schneller als Frauen. Sie könnten also genauso einfach daheim bleiben und die Heizung auf fünf stellen. Dann würden aber auch nicht mehr Frauen in die Sauna gehen, man säße mit drei anderen Vertreterinnen des weiblichen Geschlechts und zwei unschwitzigen Männern gelangweilt beim 90° Kräuteraufguß und die Einrichtung müßte bald schließen. Deswegen bleibt die Heizung zuhause brav bei zweieinhalb und 30 Typen aalen sich mit fünf Girls auf dem Holz. Ist ja auch nicht weiter schlimm, schließlich waren alle Männer wie erwartet in der Sauna ausnehmend nett und diskret, viel Platz in der Frauenumkleide gab es zudem.
F. war ebenfalls nett und diskret, verschaffte sich aber trotzdem einen Überblick über die primären Geschlechtsmerkmale der anwesenden Herren - nur zur Bereicherung des Allgemeinwissens natürlich. Soviele Penisse und Hoden sieht man schließlich nicht alle Tage. Dabei fiel ihr auf, daß man an den Hoden mancher Männer sehen kann, was auch in vielen Discounterfilialen zu beobachten ist: Ein nicht zu vernachlässigender Teil der Einkäufer erwirbt nur wenige Waren; sagen wir einen Kilo Äpfel, eine Packung Kekse und einen Liter Milch. Nun haben diese Menschen ab und an kein Einkaufsbehältnis an die Stätte der Transaktion verbracht und müssen eine PVC-Tragetasche erwerben. In vielen Supermarktfilialen gibt es jedoch nur ganz große Plastiktüten. Ergo kullert der Kleineinkauf lustig im großen Plastebeutel hin und her. Gerade so nun, wie die Äpfel samt restlichen Krimskrams sich in der Tüte wiegen, hingen die Hoden vieler Saunamänner im Hodensack. Kaum Einer hatte da den ganzen Wocheneinkauf für die vierköpfige Familie in eine Alditüte gebastelt. Nein, es ging eher zu wie beim Single, der nur schnell etwas vergessen hat.
Gut, daß man derartige Beobachtungen unbemerkt im eigenen Kopf behalten kann. F. möchte nicht wissen, mit welchen Behältnissen ihre Körperteile insgeheim verglichen wurden. Alditüten waren es aber sicher nicht.



P.S.: Heute gab es bei J. Lammpansen mit Ei. Hoden hat F. vor langer Zeit auch schon probiert zu füttern, den mochte J. aber nicht, obwohl die Tüte da schon weg war.

Freitag, 18. Dezember 2009

Plus schlägt Netto, verliert aber trotzdem.

Am Dienstag ging F. in den Netto, um Leckeres zu kaufen. Die Supermarktkette Netto überschwemmt mittlerweile die Stadt mit Filialen und hat den weitaus sympathischeren Plusmarkt verdrängt. Plus wirkte in seinem frischen Orange-Blau mit den kichrigen Kleinen Preisen immer sehr anziehend auf F. Dort durfte man auch Bio-Produkte kaufen, die derart billig waren, daß sie niemals wirklich bio sein konnten. Plus hatte Charme. Könnten Aral und Obi heiraten, sich fortpflanzen und würden sich obendrein für Lebensmittel interessieren, hieße ihr Nachwuchs Plus. Damit ist es aber nun vorbei: Aral und Obi sind kinderlos, stattdessen gibt es an jeder Ecke einen Netto, dessen brummige Eltern Jet und Agip dem Sohnemann nur Verwerfliches mit auf den Lebensweg geben konnten. So existieren zwar noch immer vereinzelte Bio-Produkte zu unverschämt billigen Preisen, jetzt aber in rot-gelb und ohne infantiles Werbegequietsche.
An den Nettokassen hängen Schilder, auf denen steht, daß die Mitarbeiter angewiesen sind, eine neue Kasse aufzumachen, wenn mehr als fünf Kunden an der Kasse warten. Natürlich stimmt das nie und nimmer, weil viel zu wenige Mitarbeiter im doofen Nettogeschäft racken, als daß man dieses Versprechen einzulösen in der Lage wäre (vielleicht können die Nettoleute auch einfach nicht zählen - das hält F. aber für unwahrscheinlich). Jedenfalls lastet durch das unsägliche Schild ein großer Druck auf den Schultern der Supermarktangestellten: Sie bekommen Gramesfalten im Gesicht und altern schneller. Deswegen kamen die unzurechnungsfähigen Nettobetreiber auf die schöne Idee, jedem Mitarbeiter ein Schildchen an die Brust zu heften, auf dem steht: "Ich bin freundlich!" Sollte man also durch das - zweifelsohne meistens tadellose - Verhalten der KassiererInnen nicht schon bemerkt haben, daß diese ein nettes Völkchen sind, kann man zur Sicherheit immer nochmal auf dem Schildchen nachlesen. Es ist folglich vollkommen egal, wie sich der gemeine Nettomensch in Wirklichkeit verhält: Das Schild definiert sein Verhalten per se als "freundlich". Schließlich ändert sich der Text ja nicht, wenn die Kassiererin doch mal eine blöde Pottsau ist. Dann steht da immernoch "Ich bin freundlich!" und nicht etwa "Ich bin eine blöde Pottsau!" Sicher wäre das auch viel zu teuer, Schildchen herzustellen, deren Aufschrift sich je nach Befinden des Trägers ändert.
Gäbe es aber derartige Schilder, so hätte letzten Dienstag auf dem von F.s Kassiererin gestanden: "Ich weiß zwar nicht, wie die Frucht heißt, die Sie da eben auf das Band gelegt haben, bin aber trotzdem total nett!" Die Frucht hieß Pitaya - auch als Drachenfrucht bekannt - und war für unglaubliche EUR 1,79 das Stück im Angebot. Normalerweise sind diese Dinger viel teurer und da es auch schön weiche, knallig pinke Exemplare gab, schlug F. gleich zu. Schließlich hatte A. ihr gebeichtet, noch nie eine Pitaya verzehrt zu haben und diesem Mißstand mußte ein Ende gesetzt werden. Da half es auch nichts, daß die Pitaya im Dezember in hiesigen Breiten noch viel viel fehl am Platzer war, als ohnehin schon in all den anderen deutschen Jahreszeiten. Per klimazerstörendem Flugzeug mußte sie eh gekommen sein - also schnell rein in den Einkaufswagen und ab nach Hause. Blöderweise stellte sich später heraus, daß die arme Pitaya wahrscheinlich fast schon als Blüte vom Baum gerissen und verschickt wurde, denn sie schmeckte überhaupt nicht. Knallig pink und weich hin oder her, das  Früchtchen schmeckte nach Zimmerpflanze. Im zarten Alter von 14 Jahren verspeiste F. einmal mehrere Ficus Benjamini Blätter, um ihrer zweijährigen Schwester zu imponieren (die daraufhin beim Anblick des Essaktes heftig zu würgen begann) und genau wie damals jene kleinen Blättchen schmeckte nun die Drachenfrucht. Aus diesem Grunde wurden ihre Reste in kleine Stückchen geschnitten, in den Hundenapf verfrachtet und mt Kürbiskernöl übergossen. Dann bot man sie J. an, die den Ficusersatz begeistert verschlang.


Und die Moral von der Geschicht':

a) Ficusblätter ißt man nicht.
b) Pitayas kauf' bei Netto nicht.
c) F. Ficus ißt, die Schwester bricht.
d) Bei Netto herrscht FreundLICHkeitspflicht.
e) Sieben Silben reichen nicht.



Donnerstag, 3. Dezember 2009

Chinesenfleisch ist tabu

F. wurde letztens von einer netten Person gefragt, warum Hunde bisweilen Leute beißen würden.  Da fiel der F. ein, daß sie die Antwort auf diese Frage zwar  im Prinzip weiß - soweit ein Mensch sie wissen kann - der Sachverhalt aber doch sehr schwer an Nichthundehalter weiterzuvermitteln ist. Deswegen müssen nun die Chinesen herhalten. Bevor wir aber zu denen kommen, ein paar kurze Anmerkungen:
  • Hunde haben keine Hände und können sich nur eingeschränkt verbal äußern. Sind sie also in einer Situation, die ihnen Ungemach bereitet, können sie weder fuchteln, noch schubsen. Als dem Durchschnittsmenschen verständliche Gesten bleiben Ihnen nur das Wegrennen, Knurren, Bellen, Schnappen, Beißen oder Unterwerfen. All die anderen subtilen Zeichen und Ausdrucksmittel bemerkt der unbedarfte Mensch - selbst dann wenn er selbst Hundehalter ist - meistens nicht. Blöderweise werden drei dieser fünf Verhaltensoptionen vom Menschen schon als aggressiv eingestuft und der Reigen möglicher Alternativen schrumpft auf ganze zwei akzeptable Mittel zusammen. Keine guten Karten für den Hund, das erkennt man selbst ohne große Stochastikbegabung.
  • Nicht der Hund ist am Dilemma schuld, sondern der Halter. Immer, immer, immer der Halter. Weil er ein Vollidiot ist (im schlimmsten Falle), weil er nicht vorausschauend handelt, sich nicht informiert hat, faul ist, kein Interesse zeigt, eigentlich gar keinen Hund haben sollte, einen schlechten Tag hatte, grad am Handy telefoniert, weil ihm das alles schlicht egal ist, etc., etc., pp.
  • Ein Hund ist kein Spielzeug und auch kein knuffiger Gefährte für die Kinder. Er wird den Nachwuchs nicht Rücksichtnahme und Nächstenliebe lehren. Sollten die Eltern diese Erziehungsziele nicht selbständig verwirklichen können, sind sie mit Sicherheit auch nicht dazu in der Lage, einen Hund zu führen.
  • Es ist vollkommen rille, wie groß der Hund ist. Ein Hund ist ein Hund ist ein Hund. Vor dem Gassi ist nach dem Gassi. Eine Gassirunde hat 90 Minuten, oder 60 oder 30. 
Nun zu den Chinesen. Da Hunde eine gänzlich andere Sprache sprechen als wir Menschen, zieht F. als Vergleich nun die Chinesen hinzu, aber nicht irgendwelche Chinesen, sondern ganz besondere. Man stelle sich also vor, vor die chinesische Bevölkerung hätte in den letzten Jahrzehnten nicht auf minderjährige Möbelpolierer und Teppichknüpfer gesetzt, sondern wäre ins All gefahren. Dort hätten sie einen tollen Planeten gefunden und eine Kolonie gegründet, in der man noch viel viel günstiger Kinderarbeit zu niedrigen Löhnen betreiben kann. Nebenbei wären diese Raumfahrerchinesen durch die außerirdische Flora und Fauna auch grundlegend neu sozialisiert worden und hätten eine neuartige Version menschlicher Körpersprache entwickelt. Chinesisch sprächen sie natürlich weiterhin.
Nun verhandelt Neuchina ein Schüleraustauschabkommen mit Castropp-Rauxel. Einzelne chinesische Kinder sollen vorübergehend Urlaub bekommen vom Teppichknüpfen und Markenkleidungfälschen. Ein chinesisch-außerirdischer Junge gerät in eine deutsche Familie. Er kennt die Körpersprache nicht, seine Sprache wird nicht verstanden und er spricht die Sprache des Gastlandes nicht; sein Heimatland hat andere Bräuche und Lebensgewohnheiten als sein jetziger Aufenthaltsort. Er mag die Gastfamilie, ist sich aber nicht sicher, was diese von ihm erwartet. Gleichzeitig muß er auch an seine eigenen Bedürfnisse denken. Da die chinesisch-außerirdische Nation in Deutschland noch keinen Botschaft hat, weil der Wohnungsmarkt gerade völlig überlaufen ist, stehen dem Jungen auch keinen Beratung oder Hilfe zur Verfügung. Die Gasteltern sind sich der kulturellen Unterschiede nur bedingt bewußt. Eine schwierige Situation.
Ähnlich könnte man sich einen jungen Hund vorstellen, der in eine Menschenfamilie kommt. Auch er kann seine Menschen nicht verstehen, weil sie körperlich wie sprachlich eine vollkommen andere Sprache sprechen. Dabei wissen sie meist nicht um die Misere und behandeln den Hund wie eine stark vereinfachte, tierische Variante Mensch. Unbewußt überfordern (Bedrängen, Erschrecken, falsches Maßregeln) oder unterfordern  (keine ausreichende, hundegerechte Beschäftigung, Langeweile, Frustration, mangelnde Triebkontrolle) sie den Hund. In manchen Fällen kommt es auch zu starker körperlicher oder psychischer Misshandlung - so als hätte man den außerirdischen Chinesen in eine Gastfamilie von NPD-Anhängern in die Sächsische Schweiz geschickt. Seltener hat der Hund Schmerzen oder eine unerkannte Krankheit, die kritisches Verhalten nach sich ziehen.
All diese Komponenten können dazu führen, daß der Chinese seinen Schüleraustausch abbricht und lieber wieder für 50 Cent die Woche Möbel mit bloßen Händen in dunklen Kellern poliert. Der Hund hat diese Möglichkeit leider nicht, ihm bleibt nur ein lebenslanger Aufenthalt in der Gastfamilie.
F. findet den Vergleich von Hunden und Chinesen von anderen Planeten mittlerweile leicht befremdlich. Eine kleine Portion ungewollte Ironie steckt aber schon im Bildnis, wird Chinesen doch immer wieder vorgeworfen, sie würden Hunde verspeisen. Beim Gedanken an solcherlei Bräuche dreht sich dem ach so tierlieben Europäer der Magen um. Auch Pferde mag mancher nicht essen. F. wundert sich über derlei Gedankengut. Zwar würde sie statt eines Hundes niemals eine Kuh als Haustier halten und Gassi führen, findet letztere aber trotzdem nicht weniger sympathisch. In die angebotene Hundewurst würde sie aus diesem Grunde auch herzhaft beißen, vorausgesetzt das Fleisch stammte aus verantwortungsbewußter Biohaltung und gewisse ethische Grundsätze bei der Schlachtung wären berücksichtigt worden.
Chinesen - ob außerirdisch oder von sonstwo - würde F. aber niemals essen. Sie werden in viel zu großen Gruppen gehalten und unkontrolliert in Stadien erschossen. Vereinheitlichte Biosiegel sind hier nicht bekannt, also: Vorsicht!

Mittwoch, 16. September 2009

Ares, geh' auf Deine Decke!


Hilfe, im heimischen Wohnzimmer liegt ein Altdeutscher Hütehund vom Schlage Harzer Fuchs! Gibt's da was von Ratiopharm?
Ares, Codename 'Arimari' wohnt für zwei Wochen bei A., F. und J. Letztere hat gleich klar gemacht, wer die Hosen anhat. Mein Bett, mein Napf, mein Spielzeug. Dabei ist sie ganz die wohlwollende aber doch kontrollierende Bestimmerin, keine Spur von despotischer Ungerechtigkeit. Wie die F. also.
Falls die So., Ares' Halterin, hier mitliest: Wenn der Ares Mist anstellt, haut die F. ihn nur mit stumpfen Gegenständen und an Körperstellen, an denen es nicht auffällt, damit er optisch ansprechend bleibt. Hunde brauchen schließlich klare Linien.

Donnerstag, 27. August 2009

Verpaßt nicht das Wunder der Geburt!

Bestimmt hat jede Frau im Laufe ihres Lebens schon einmal mit einem kleinen Mädchen oder Jungen unter der Dusche gestanden. Vorausgesetzt die Frau trägt untenrum nicht den heutzutage allseits beliebten Kahlschlag, läuft das Duschwasser natürlich an allen Ecken und Enden des Körpers ab, bildet dünne Wasserschnüre, die nach unten wollen. Spätestens dann kräht das Kind halb triumphierend, halb vorwurfsvoll: "Du pullerst ja in die Dusche!" Sicher pullert man manchmal auch in die Dusche, in der Regel aber in Abwesenheit Minderjähriger oder anderer Personen. Falls man es doch aus großer Dringlichkeit heraus in Gesellschaft tut, dann ins Eck abgewandt, alibimäßig das Shampooetikett lesend.
Bei Hunden ist das ganz anders. Die stehen zwar selten unter der Dusche, genieren sich aber sonst gar nicht, sich unter den Blicken Anderer zu erleichtern. Einige sind wählerisch, machen nur auf Wiesen oder kriechen hinter Büsche beziehungsweise kacken nur auf erhöht liegende Objekte. Anderen genügt jedweder Untergrund, auch weil sie vom Halter immer achtlos vorangezerrt werden, sodaß gar keine Zeit für wählerisches Getue bleibt.
Allein, in der städtischen Gedrängtheit verursacht das maßlose Verrichten der Geschäfte insofern ein Problem, als daß es den Lebensraum für andere Menschen in unangenehmer Art und Weise umgestaltet. Mülltonnen, Häuserwände, Zäune, Autos und andere öffentliche Einrichtungsgegenstände profitieren nicht davon, immerfort angepinkelt zu werden. Parks, Fußwege, Straßen und vorallem Naherholungsgebiete - so groß sie auch sein mögen, genießt man viel unbeschwerter, wenn nicht überall Hundekot herumliegt. Folgende Argumente kommen gern zum Einsatz:
  • "Ich kann meinem Rüden doch nicht das Markieren verbieten." - Muß man ja auch nicht generell. In Bezug auf bestimmte Gegenstände ist es aber durchaus möglich, wie F. an mehreren ihrer gesitteten Rüden selbst entspannt feststellen durfte. Die waren es sonst gewöhnt, an jede Ecke zu pieseln, verstanden jedoch schnell, daß manche Stellen einfach tabu sind.
  • "Die anderen Hundehalter räumen den Kot auch nicht weg." - Wir erinnern uns an die Mutti von früher. Diese legte sich ihre Erziehungsargumente manchmal gerade so zurecht, wie es am Besten paßte. Wollte man länger wegbleiben und wies darauf hin, daß Jennifer das auch dürfe, schnarrte die Mutti: "Das interessiert mich nicht, was Andere dürfen!" Hatte man eine vier in Mathe, wurde hingegen sofort nach Jennifers Note gefragt. Daraus kann man lernen, daß es oft vielleicht doch keine so gute Idee ist, immer auf die Anderen zu schielen.
  • "Wir zahlen schon genug Hundesteuer, da könnte die Stadt wenigstens genug Beutelspender aufstellen." - Plastikbeutel bekommt man überall sonst hinterhergeworfen; was die Stadt mit der Hundesteuer anstellt, bleibt rätselhaft und ist sicher nicht im Interesse der Halter, aber deshalb auf Hygiene verzichten?
  • "Die Katzen/Füchse/anderen Tiere XYZ kacken hier auch immer hin." - Über Katzenhalter soll hier geschwiegen werden (immer schön an Mutti und ihre Wankelmut denken). Andere Tiere gibt es sicher, aber selbst wenn alle Füchse DDs sich spontan zum Stuhltourismus entscheiden und gesammelt auf die Elbwiesen kacken würden, verursachten sie keine solche Sauerei wie die Hunde, aus dem einfachen Grunde, daß es viel mehr Hunde als Füchse gibt.
Nun sollen die werte Leserin und der liebreizende Leser nicht etwa annehmen, F. erwarte von den anderen Hundehaltern, daß sie ihren Hundekot beseitigen. Weit gefehlt. F. weiß, daß die Faulheit der anderen Hundehalter sie immerfort daran hindern wird und erwartet deswegen gar nichts. Sie macht einfach weiter J.s Hinterlassenschaften in Parks, Straßen und noch so großen Naherholungsgebieten weg, pauschal frisch angepöbelt von genervten Nichthundehaltern, die sich ebenso aggressiv verhalten, wie ihre hundehaltenden Mitbürger. Schöner wäre es aber doch, wenn man sich um Sauberkeit bemühte. Der Wandel kommt von innen und ist durch lieben Druck von außen kaum zu erreichen (den bösen Druck lassen wir mal außen vor). Eines Tages tritt der Kot nicht wegräumende Hundehalter vor sein Anwesen, seine hochschwangere Frau auf dem Arm haltend und eilt zum Kraftfahrzeug. Er beschmutzt seinen Schuh mit Kot, bemerkt dies aber nicht. Im Krankenhaus dann das schlimme Erwachen: Mit den verdreckten Schuhen wird ihm der Zutritt zum Kreißsaal verwehrt, das Wunder der Geburt erlebt der Hundehalter durch Glastüren getrennt, traurig in einer Wolke Hundekotgeruchs sitzend. Erst jetzt denkt er um, doch schon ist's zu spät. Bei der wirtschaftlichen Situation schafft sich kein Mensch mehr als ein Kind an. Wer soll denn das bezahlen.

Freitag, 24. Juli 2009

10 von 10 Leuten sind sich einig: Wir sind uns einig!

F.s kreative Säfte enthalten zur Zeit viel Fruchtfleisch, so daß die Beiträge nicht durch den Trinkhalm passen. Es bleibt immer die Hälfte in kleinen Klumpen unten am Halm hängen. Das liegt daran, daß auch J. droht, in kleinen Klumpen in Montreal hängenzubleiben, was F. und A. große Sorgen bereitet. Hier eine Aufstellung der Ereignisse:
  1. Januar 2009: F. ruft bei AirCanada an, um ihren ursprünglich auf Februar gelegten Flug mit Reservierung für J. auf ein anderes Datum zu verlegen. Sie fragt den AirCanada Mitarbeiter extra, ob die Umbuchung auf Ende Juli auch für den Hund in Ordnung gehe. Jener bejaht und schickt F. eine Bestätigung zu.
  2. 20. Juli 2009: A. ruft bei AirCanada an, um nur schnell routinemäßig zu klären, ob mit Flug und Reservierung alles in Ordnung ist. Die AirCanadamitarbeiterin erklärt ihr, daß die Reservierung hinfällig sei und der Hund aufgrund des Sommerembargos vom 20. Juni bis 2. September nicht transportiert werden könne. A. entfährt ein "Was?!". Die AC-Schlenze legt einfach auf.
  3. 21. Juli 2009: F. ruft bei AirCanada an, um die Angelegenheit zu klären. Der Mitarbeiter erklärt ihr, daß ihm die Reservierung egal sei und legt auf.
  4. Mit A., die per British Airways über London nach Berlin fliegt, kann J. nicht fliegen, da GB unglaubliche strenge Durchreisebestimmungen für Tiere hat. Dafür ist es nun zu spät.
  5. A. und F. suchen händeringend nach einer Cargolösung. Es eröffnet sich die Möglichkeit KLM über Amsterdam nach Berlin. Eine neue Box zwei (!) Nummern größer muß gekauft werden, weil allen Fluggesellschaften außer AirCanada die aktuelle Box zu klein ist. Daraufhin wird eine kleine Plastikturnhalle für J. angeschafft.
  6. Status der KLM Buchung am 24.Juli um 16 Uhr MESZ: in Arbeit. KLM muß die den Hund entgegennehmende Person kontaktieren und tut sich schwer mit dem Telefonat. F. sitzt wie auf Kohlen. Am 29. Juli soll der Hund mittags zum Flughafen gebracht werden.
  7. 24. Juli 16:20 Uhr: KLM Buchung bestätigt. Die Jagd nach den von KLM geforderten Dokumenten beginnt. J. wird aus der kleinen Plastikturnhalle gescheucht und ins Auto gepackt; es geht zum Tierarzt!
Fortsetzung folgt...

Montag, 25. Mai 2009

Spocht frei!

Am Sonntag stapften F. und J. friedlich durch ein stillgelegtes Bahngelände, dessen Betreten streng untersagt ist. Die großen Löcher im Zaun erlaubten es aber, dieses Verbot zackbumm in einen gutgemeinten Ratschlag zu verwandeln. Solche ignoriert F. mit ihrer jugendlich-ungestümen Natur und latschte dort folglich trotzdem herum. Mit Entsetzen sollen die geneigten Leser(innen) nun weiterhin erfahren, daß es sich nicht einmal um eine Einzeltat handelte, sondern F. besagtes Gebiet sehr gut kennt. Sie hat da sogar schon hinter Büsche gepullert und in der Nase gepopelt, wenn sie sich unbeobachtet glaubte. Im Auto fühlt man sich auch schnell unbeobachtet und zupft am oder im eigenen Gesicht herum, während man an der roten Ampel wartet. Die Bestürzung ist dann groß, wenn man feststellen muß, daß der Fahrer des spritfressenden Möchtegerngeländewagens neben einem 2 Meter höher sitzt und einem ohne Mühe auf die Zehennägel gucken kann. Von den Popeln ganz zu schweigen. Hartnäckiges Abschweifen vom eigentlichen Thema beendet.
Während also galant herumspaziert wurde, sah F. plötzlich mehrere von denen hier in der Ferne:
Aus der Entfernung konnte man zwar das Camouflage sehen, nicht aber die Waffen und die Vermummungen. Ganz so, wie F. bisweilen Leute aus der Ferne für hübsch hält, dann aber durch die Details beim Herannahen eines Besseren belehrt wird. Auch Fettleibigkeit fällt bei größerer Distanz weniger auf. Amerikanische Hochzeitfotos von Mittel- und Unterklassepärchen sollten aus diesem Grunde immer aus 100 Metern Sicherheitsabstand ohne Zoom aufgenommen werden. Die tarnfarbenen Gesellen standen genau auf ihrer Route, deswegen nahm F. im Geiste optimistisch erstmal an, daß es sich um Pilzesammler oder naturverbundene Spaziergänger handeln müsse, immerhin trug sie an diesem sonnigen Tage selbst ein Camouflage-Nicki (westdeutsch: T-Shirt). Der Weg wurde also schlendernd fortgesetzt. Aus 10 Meter Entfernung waren die Waffen dann doch unübersehbar, zusammen mit den Masken und allerlei Equipment. Eines der Kampfmännchen lief direkt auf F. zu, die gespannt den Hund beobachtete. J. ignorierte die Leute komplett.
Bevor F.s Großmutter jetzt beim Lesen in tiefe Sorge fällt und drei Stunden des kommenden Nachtschlafes einbüßt, kommt auch gleich die friedliche Wendung.
Der Ballermann mit der großen Knarre klappte nämlich sein Visier hoch und erklärte, daß sie jetzt hier Paintball spielen würden und fragte nach, wo F. langzugehen gedenke. Zur Erklärung: Paintball wird mit Druckluftwaffen gespielt, die kleine, mit Lebensmittelfarbe gefüllte Kugeln als Munition enthalten. Selbst aus größerer Entfernung sind diese Geschosse recht schmerzhaft und verursachen Blutergüsse, weswegen Gesichtsschutz und gepolsterte Kleidung sowie zahlreiche Vorsichtsmaßnahmen nötig werden. In ihrem schicken Tarnnicki (westdeutsch: T-Shirt) mit der Aufschrift "Country Music Hall of Fame" wollte man F. keinesfalls aus Versehen abschießen. Deshalb tauschte sie kurz mit dem Spieler ihre Spazierpläne aus und ging dann ihres Weges. Das Einzige, was sie danach noch von den Leuten sah, waren zwei vermummte Tarnträger, die aus dem Gebüsch knapp an ihr vorbeigerannt kamen. Da mußte dann selbst die J. kurz bellend klarmachen, daß maskierte Paintballisten die Dreimeterdistanz nicht unbemerkt unterschreiten dürfen.
F. fand die Begegnung sehr interessant, wollte sie doch selbst schon immer mal Paintball spielen. Vermummte Typen mit Druckluftgewehren sind ihr außerdem lieber, als 50jährige Tierliebhaber, die Backwaren in die Stadtrabatten werfen. Lieber Lebensmittelfarbe im Gebüsch, als Weizenbrot auf Rindenmulch. Solches lädt J. nämlich zum Fressen ein, wovon sie unsäglich dick werden könnte. Daraus resultierend müßte F. eine 100 Meter lange Flexileine benutzen, um das Tier optisch noch ertragen zu können. Abgesehen davon, daß eine Flexileine dieser Länge in der Handhabung sehr ungünstig ist und Radfahrer wie Passanten zum Stolpern einlädt, kostet die bestimmt auch Einiges. Darum bleibt Sport in Wald und Flur dem Herumschmeissen qualitativ niedriger Backerzeugnisse generell vorzuziehen.

Freitag, 1. Mai 2009

Mayonnaise mehrt Mißstände mehrerer Menschen Montreals

Auf Wunsch einer einzelnen Person hier Bilder einer typischen, nordamerikanischen Hundeauslauffläche:
Laut F.s Schätzung müßte das gute Stück knapp 50x50 Meter messen. Es befindet sich an einer stark befahrenen, 4spurigen Straße und ist eines der besseren Exemplare, da es Rasen gibt. Meistens haben solche "Parks" nur Kies oder zertrampelte Erde. Bescheuerterweise ist der Zaun nur ungefähr 1,20m hoch - also für fast jeden Hund leicht zu überwinden. In solchen umzäunten Ghettos verbringen die hiesigen Hunde ihr leinenfreies Leben.

Der durchschnittliche Hundehalter steht in der Gegend herum und quatscht oder wirft ununterbrochen Spielzeuge durch die Botanik. Meistens setzt man sich hin, um nicht zuviel körperliche Betätigung aufkommen zu lassen.

Abrupter Themenwechsel: Mangelnde Bewegung geht bekanntlich oft mit ungesundem, stark zucker- und fetthaltigem Essen einher. Hierzu ein Foto von F.s neuesten Frühstückscerealien:
Sie heißen Lucky Charms Chocolate. Bei der farbenfrohen Komponente handelt es sich um eingefärbte Marshmallows (aufgeschäumter Zucker). In Kombinatorik geschulte Personen erwarten zu Recht einen außergewöhnlich süßen Geschmack und werden in dieser Hinsicht nicht entäuscht. Hierzulande stellt dies wohl die bevorzugte Frühstücksmahlzeit dicker Hortkinder dar. Mittags essen derartige Kreaturen Pommes, die sie in Mayonnaise aus 2Liter-Behältnissen tunken, wie man sie in jedem örtlichen Supermarkt (ostdeutsch: Kaufhalle) findet.
Wozu man im privaten Bereich 2Liter Miracel Whip oder eingelegte Oliven braucht, bleibt schleierhaft. Selbst geschmacklich besonders bedauerlich veranlagte Menschen könnten damit Kartoffelsalat für sämtliche Einwohner Liechtensteins brauen. F. ist der Meinung, daß, wenn es eine Liste von Speisen gäbe, die den Prozeß der Menschwerdung und der guten Charakterbildung herausragend behindern, Kartoffelsalat mit viel Mayonnaise sicher in den Top 3 wäre. Mayonnaise verheert die Lande und verbrennt Geschmacksnerven bei lebendigem Leibe. Wer Mayonnaise mag, schubst auch kleine Entchen in den Teich. Mit Mayonnaise aufgezogene Kinder nehmen später Drogen, bekommen zahlreichen Nachwuchs, brechen die Schulbildung vorzeitig ab und falten ihre Socken nicht. Menschen dieses Schlags mixen zu Silvester Bowle aus 2,5Liter Pfirsichdosen (zum Größenvergleich links eine mittelgroße Dose Champignons) und feiern im Keller auf weißen Plastestapelstühlen (westdeutsch: Plastikstapelstühlen) sitzend das Dahinscheiden des alten Jahres. Um Mitternacht zünden sie Feuerwerkskörper aus Polen im Wert eines Monatsgehalts und verlieren dabei wichtige Körperteile, um später im Verlauf des resultierenden Invalidentums gesunde deutsche Krankenkassenzahler zu belasten. So sieht die Sache nämlich aus.