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Freitag, 14. August 2009

Ich grüße alle, die mich kennen.

Falls es noch nicht bis in alle administrativen Ebenen vorgedrungen sein sollte: F., A., und J. sind seit knapp zwei Wochen gut im alten Dresden angekommen. Besonderer Dank gilt allen Helfern, Fahrern und dem tollen Service bei KLM. Für den unumgänglichen Transport des Hundes bei langfristiger Umsiedlung die erste Wahl! Wer seinem Hund für vier Wochen Mallorca einen Flug zumutet, gehört natürlich verhauen.
Ausdrücklich abgeraten wird an dieser Stelle von Air Canada, die trotz bestehender Reservierung einen grottigen Service boten. Mögen alle Menschen mit Verstand und Herz die vielen anderen Airlines nutzen, statt dem nordamerikanischen Koloss ihr schwerverdientes Geld in den kapitalistischen Rachen zu werfen. Wetterwetter!

Freitag, 24. Juli 2009

10 von 10 Leuten sind sich einig: Wir sind uns einig!

F.s kreative Säfte enthalten zur Zeit viel Fruchtfleisch, so daß die Beiträge nicht durch den Trinkhalm passen. Es bleibt immer die Hälfte in kleinen Klumpen unten am Halm hängen. Das liegt daran, daß auch J. droht, in kleinen Klumpen in Montreal hängenzubleiben, was F. und A. große Sorgen bereitet. Hier eine Aufstellung der Ereignisse:
  1. Januar 2009: F. ruft bei AirCanada an, um ihren ursprünglich auf Februar gelegten Flug mit Reservierung für J. auf ein anderes Datum zu verlegen. Sie fragt den AirCanada Mitarbeiter extra, ob die Umbuchung auf Ende Juli auch für den Hund in Ordnung gehe. Jener bejaht und schickt F. eine Bestätigung zu.
  2. 20. Juli 2009: A. ruft bei AirCanada an, um nur schnell routinemäßig zu klären, ob mit Flug und Reservierung alles in Ordnung ist. Die AirCanadamitarbeiterin erklärt ihr, daß die Reservierung hinfällig sei und der Hund aufgrund des Sommerembargos vom 20. Juni bis 2. September nicht transportiert werden könne. A. entfährt ein "Was?!". Die AC-Schlenze legt einfach auf.
  3. 21. Juli 2009: F. ruft bei AirCanada an, um die Angelegenheit zu klären. Der Mitarbeiter erklärt ihr, daß ihm die Reservierung egal sei und legt auf.
  4. Mit A., die per British Airways über London nach Berlin fliegt, kann J. nicht fliegen, da GB unglaubliche strenge Durchreisebestimmungen für Tiere hat. Dafür ist es nun zu spät.
  5. A. und F. suchen händeringend nach einer Cargolösung. Es eröffnet sich die Möglichkeit KLM über Amsterdam nach Berlin. Eine neue Box zwei (!) Nummern größer muß gekauft werden, weil allen Fluggesellschaften außer AirCanada die aktuelle Box zu klein ist. Daraufhin wird eine kleine Plastikturnhalle für J. angeschafft.
  6. Status der KLM Buchung am 24.Juli um 16 Uhr MESZ: in Arbeit. KLM muß die den Hund entgegennehmende Person kontaktieren und tut sich schwer mit dem Telefonat. F. sitzt wie auf Kohlen. Am 29. Juli soll der Hund mittags zum Flughafen gebracht werden.
  7. 24. Juli 16:20 Uhr: KLM Buchung bestätigt. Die Jagd nach den von KLM geforderten Dokumenten beginnt. J. wird aus der kleinen Plastikturnhalle gescheucht und ins Auto gepackt; es geht zum Tierarzt!
Fortsetzung folgt...

Freitag, 3. Oktober 2008

Flug überstanden, Passagiere leben noch


Frankfurt, Main – Flughafen:
Nach ewigem Hin- und Hergerenne wegen der Hundebox, die geröntgt werden sollte, aber nicht konnte, da wohl alle Röntgengeräte im Umkreis von 2 km defekt zu sein schienen, schaffte F. es noch rechtzeitig an Bord des Flugzeuges, wo man ihr auch versicherte, der Hund befinde sich unten im Frachtraum. Sie saß am Fenster neben zwei sehr liebenswürdigen, übergewichtigen Indern, die nie auf Toilette mußten und deswegen immer extra F.s übermächtigem Harndrang Platz zu machen gezwungen waren. Zudem hatten die Inder scheinbar noch nie zuvor in ihrem Leben einen Touchscreen gesehen oder bedient und drückten immerzu mit hohem Kraftaufwand auf dem Bildschirm herum, der daraufhin den Dienst quittierte, was in nur noch heftigerer Drückerei resultierte und schließlich den übernatürlich freundlichen Flugbegleiter auf den Plan rief, der das System neu starten mußte. Die Inder waren dabei dazu angehalten, das Display nicht zu berühren. Dies fiel ihnen sehr schwer und sie rutschten unruhig auf ihren Sitzen hin und her, die Finger in Richtung Display zuckend.
F. schaute mit halber Aufmerksamkeit Indiana Jones und stocherte in den regelmäßig servierten Nahrungsbatzen herum, unablässig Zitronenlimonade trinkend. Die Klimaanlage machte ihre Erkältung schlimmer und sie mußte ihre Taschentücher rationieren. Sie rechnete aus, daß sie bei einem Vorrat von 20 Taschentüchern, in die sie je viermal schnaubte, bei einer Flugdauer von acht Stunden exakt alle 6 Minuten zum Naseputzen berechtigt war. Die stark beanspruchten Papiertaschentücher steckte sie in Ermangelung eines besseren Endlagerungsortes heimlich ganz tief in die Flugmagazinaufbewahrungstasche im Rückenteil des Sitzes vor ihr. Eventuell konnte man sie am Ende des Fluges wiederverwenden, weil sie bis dahin getrocknet waren. Der freundliche Inder neben ihr unterbrach den Touchscreenkraftsport sogar kurz, um das Spektakel interessiert von der Seite zu beobachten.
Als die Maschine endlich Festland erreichte und über Quebec City am Lorentzstrom entlang in Richtung Montréal flog, sah das Wasser von oben ganz platt und hell aus, wie Eis auf dem schon lange Schnee liegt, der mit der Zeit seinen Glanz verloren hat. Bei neun Grad Lufttemperatur war es aber doch nur Wasser.
Die erste Zollprodzedur ging recht flott, das Gepäck kam auch heil an, fehlte nur noch das Tier. Es stand hinter allen Gepäckbändern zwischen zwei Säulen versteckt und am ganzen Leib zitternd in seiner Box, so vom Streß überwältigt, daß es sich gar nicht freuen konnte, F. wiederzusehen. $33,47 (inklusive Steuern) und eine Impfinspektion später durften F. und J. (in der Box ) dann passieren und feierten kurz Wiedersehen mit A., die hinter der Schranke wartete.