Und die Moral von der Geschicht':
S. ist die Stadt mit vier t, in der Nachtbusse nur am Wochenende fahren. Nach 0 Uhr bleibt man wochentags also daheim. Genug Zeit, diese Seite zu lesen!
Freitag, 18. Dezember 2009
Plus schlägt Netto, verliert aber trotzdem.
Und die Moral von der Geschicht':
Donnerstag, 3. Dezember 2009
Chinesenfleisch ist tabu
- Hunde haben keine Hände und können sich nur eingeschränkt verbal äußern. Sind sie also in einer Situation, die ihnen Ungemach bereitet, können sie weder fuchteln, noch schubsen. Als dem Durchschnittsmenschen verständliche Gesten bleiben Ihnen nur das Wegrennen, Knurren, Bellen, Schnappen, Beißen oder Unterwerfen. All die anderen subtilen Zeichen und Ausdrucksmittel bemerkt der unbedarfte Mensch - selbst dann wenn er selbst Hundehalter ist - meistens nicht. Blöderweise werden drei dieser fünf Verhaltensoptionen vom Menschen schon als aggressiv eingestuft und der Reigen möglicher Alternativen schrumpft auf ganze zwei akzeptable Mittel zusammen. Keine guten Karten für den Hund, das erkennt man selbst ohne große Stochastikbegabung.
- Nicht der Hund ist am Dilemma schuld, sondern der Halter. Immer, immer, immer der Halter. Weil er ein Vollidiot ist (im schlimmsten Falle), weil er nicht vorausschauend handelt, sich nicht informiert hat, faul ist, kein Interesse zeigt, eigentlich gar keinen Hund haben sollte, einen schlechten Tag hatte, grad am Handy telefoniert, weil ihm das alles schlicht egal ist, etc., etc., pp.
- Ein Hund ist kein Spielzeug und auch kein knuffiger Gefährte für die Kinder. Er wird den Nachwuchs nicht Rücksichtnahme und Nächstenliebe lehren. Sollten die Eltern diese Erziehungsziele nicht selbständig verwirklichen können, sind sie mit Sicherheit auch nicht dazu in der Lage, einen Hund zu führen.
- Es ist vollkommen rille, wie groß der Hund ist. Ein Hund ist ein Hund ist ein Hund. Vor dem Gassi ist nach dem Gassi. Eine Gassirunde hat 90 Minuten, oder 60 oder 30.
Donnerstag, 17. September 2009
Hätten Gastroenterologen Menschen als Haustiere, würden sie deren Kot mit Plastikbeuteln wegräumen und dabei prüfend nach der Konsistenz quetschen
Sollte F. nicht auf Laktose unverträglich sein, könnte es sich übrigens noch um eine Fructoseintoleranz handeln. Vom bunten Blumenstrauß der Nahrungsmittelprobleme hat sie ein paar hübsche langstengelige Exemplare auf dem Küchentisch stehen. Tulpen sind da aber nicht dabei, denn Tulpen sind außergewöhnlich häßlich. Deswegen wachsen sie auch vorwiegend in den Niederlanden, wo ewig orange Mode ist und die Männer auf Fönfrisuren stehen. Seit das neue 'The Sting' Geschäft in Dresden heute eröffnete, hat Holland übrigens gleich viel weniger Einwohner; die leitenden Angestellten bei 'The Sting' sprechen nämlich alle wie Rudi Carrell. Ihre Wohnwagen haben sie daheim gelassen. Weitere Hollandklischees fallen F. grad nicht ein. Auch ihr Schubladendenken ist durchaus noch erweiterbar, man lernt nämlich nie aus.
Freitag, 1. Mai 2009
Mayonnaise mehrt Mißstände mehrerer Menschen Montreals
Der durchschnittliche Hundehalter steht in der Gegend herum und quatscht oder wirft ununterbrochen Spielzeuge durch die Botanik. Meistens setzt man sich hin, um nicht zuviel körperliche Betätigung aufkommen zu lassen.
Abrupter Themenwechsel: Mangelnde Bewegung geht bekanntlich oft mit ungesundem, stark zucker- und fetthaltigem Essen einher. Hierzu ein Foto von F.s neuesten Frühstückscerealien:
Sie heißen Lucky Charms Chocolate. Bei der farbenfrohen Komponente handelt es sich um eingefärbte Marshmallows (aufgeschäumter Zucker). In Kombinatorik geschulte Personen erwarten zu Recht einen außergewöhnlich süßen Geschmack und werden in dieser Hinsicht nicht entäuscht. Hierzulande stellt dies wohl die bevorzugte Frühstücksmahlzeit dicker Hortkinder dar. Mittags essen derartige Kreaturen Pommes, die sie in Mayonnaise aus 2Liter-Behältnissen tunken, wie man sie in jedem örtlichen Supermarkt (ostdeutsch: Kaufhalle) findet.
Wozu man im privaten Bereich 2Liter Miracel Whip oder eingelegte Oliven braucht, bleibt schleierhaft. Selbst geschmacklich besonders bedauerlich veranlagte Menschen könnten damit Kartoffelsalat für sämtliche Einwohner Liechtensteins brauen. F. ist der Meinung, daß, wenn es eine Liste von Speisen gäbe, die den Prozeß der Menschwerdung und der guten Charakterbildung herausragend behindern, Kartoffelsalat mit viel Mayonnaise sicher in den Top 3 wäre. Mayonnaise verheert die Lande und verbrennt Geschmacksnerven bei lebendigem Leibe. Wer Mayonnaise mag, schubst auch kleine Entchen in den Teich. Mit Mayonnaise aufgezogene Kinder nehmen später Drogen, bekommen zahlreichen Nachwuchs, brechen die Schulbildung vorzeitig ab und falten ihre Socken nicht. Menschen dieses Schlags mixen zu Silvester Bowle aus 2,5Liter Pfirsichdosen
Mittwoch, 4. Februar 2009
Bienvenue chez Super C! Welcome to Super C!
Gestern ging der Fotoapparat mit in die Kaufhalle, kam dann aber auf Grund von F.s chronischer Vergesslichkeit nicht zum Einsatz. So muß die werte Leserschaft noch länger auf ein Foto der 5kg Packung Miracel Whip Mayonnaise warten. Demnächst kommt auch ein Foto von einer Person, die ein solches Riesenglas Mayonnaise tatsächlich kauft. Den Fitnesszustand dieses Menschen kann man sich aber auch schon im Voraus bildlich vorstellen.
Am Drehkreuzeingang der Einkausstätte heißt einen eine freundliche, aufgezeichnete Stimme im Supermarkt willkommen. Die Kassiererin direkt neben dem Drehkreuz ist wahrscheinlich schon halb dem Wahnsinn verfallen, weil sie von morgens um 7 bis 0 Uhr Mitternacht aller 30 Sekunden "Willkommen bei Super C" hören muß.
Super C ist eine abgewrackte kanadische Version von Aldi mit einer durchschnittlichen Verkaufsfläche von 4000qm. Alle Packungen sind von enormer Größe. 2kg Schälchen Hackfleisch und 1500g Beutel Instanthühnerbrühe gehören nicht länger ins Reich der Träume, hier kann man sich Geschmacksverstärkervergiftungen im großen Stil holen, indem man nur zu tief einatmet. Der aufmerksame deutsche Einkäufer hortet nur Produkte, die Stamm-Super C-Kunden liegenlassen. Diese unbeliebten Speisen werden dann preisreduziert und schon bezahlen F. und A. 30 Dollar weniger für den Wocheneinkauf.
Provigo ist die nächstbilligere Kategorie. Im Gegensatz zu Super C sind die Parkplätze dort so riesig, daß sogar F. einparken kann. Die Limonade kostet pro 2 Liter Flasche nur 79 statt 99 Cent. Wie in fast allen nordamerikanischen Supermärkten (außer Super C) gibt es an der Kasse Einpackpersonal. Bei Provigo ist dieses in tolle grüne Schürzen gekleidet.
Bei IGA bekommt der Käufer pro 50 Dollar Einkaufspreis etwas geschenkt. F. und A. haben letztens ein Bund Möhren für die 50 und ein Netz Zitronen für die 100 Dollar Grenze ausgehändigt bekommen. Beim Einpacken kann man zwischen Plastik- und Papiertüten wählen, das Personal trägt rote Blusen.
Der Marché Richelieu heißt zwar wie der berühmte Kardinal, die Angestellten haben aber keine fetzig-rote Uniform. Die Einpackmenschen sind gar unbeschürzt! So geschieht es F. an der Kasse häufig, daß sie beim Bezahlen erschrocken zur Seite schielt und bemerkt, wie ein fremder, in waschbedürftige Kleidung gehüllter Mann ihr eben gekauftes Gut in eine Tüte packt und vermeintlich stehlen möchte. Ärger ergreift die sanfte Natur! Doch alsbald erinnert sie sich: Der lotterige Geselle hat nicht den Diebstahl, sondern das servicemäßige Verpacken im Sinne.
Manchmal erlauben Supermärkte auch, daß Jugendliche in Eishockeytrikots oder Hilfskorpsuniformen die Tüten bepacken. Das sind dann Sportmannschaften bzw. Organisationen, die ihre finanziellen Mittel aufpolieren wollen und auf Trinkgeld hoffen.
J. packt auch manchmal Tüten ein und aus. Sie hofft dabei auf Leckerlie:

Meistens muß sie aber mit infantilem Spielzeug vorlieb nehmen.

Die Verantwortliche für diesen Mißstand lächelt dazu nur selbstgefällig:

Freitag, 2. Januar 2009
Auf dem Klo einen Tagebucheintrag schreiben - Es lebe der Laptop!
Wenn es ganz kalt ist, zieht F. sich den Schal bis an die Nase und pustet warme Luft hinein. Leider beschlägt dabei öfter ihre Brille. Läuft dann auch noch die Nase, reißt ihr der Geduldsfaden und sie fliegt nach Kuba. Lieber Armut sehen, als Kälte spüren!
Abfall während der Fahrt aus dem Autofenster werfen kostet in der Stadt mehr ($200) als auf dem Lande ($100). Wahrscheinlich weil in der Natur mehr Platz ist und der Abfall dort weniger auffällt.
Bei einem Geradeaus-Zwingpfeil links abbiegen kostet $154, am Hydranten parken $37, Autos mit 25 Litern Spritverbrauch auf 100km besitzen hingegen ist nicht unter Strafe gestellt.
Bringt man im Supermarkt seine eigenen Tüten mit, bekommt man 5 Cent pro Tüte gutgeschrieben, ob man, wenn man einen Schokoriegel für $1 kauft und dann mit 20 Plastiktüten in der Hand durch die Kasse geht, den Schokoriegel kostenlos bekommt, gilt es auszuprobieren. Fakt ist, daß im Spätshop 2 Snickers $3,26 kosten, 1 Snickers hingegen $2,50. Ob die Erdanziehungskraft in Kanada stärker ist und normale Zahlen sich dadurch irgendwie unregelmäßig zusammenrechnen?
Feuchtes Klopapier kostet $5,50 pro 200 Blatt, Poabwischtücher für Babys mit Aloe Vera und Teddybärendruck nur $2,30 pro 400 Stück. Haben junge Menschen ein preiswerteres Recht auf reine Popos?
Und die letzte und schwierigste Frage: Warum kosten grüne Gurken $4 das Stück?